Teil eines Werkes 
Bd. 10 (1909) Beiträge zur Kulturgeschichte von Ost-Afrika : allgemeine Betrachtungen und Studien über die Einführung und wirtschaftliche Bedeutung der Nutzpflanzen und Haustiere mit besonderer Berücksichtigung von Deutsch-Ostafrika / von Franz Stuhlmann
Entstehung
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wenn dort ebene Flächen vorhanden, ist auch nicht recht geeignet für sie. Die große Schwierigkeit bei der Einführung dieses Nutztieres sind die vielen Krankheiten an der Küste, denn der Büffel ist offenbar gegen alle sehr stark empfindlich. Sobald durch Bahnen Gelegenheit zum Transport gegeben ist, sollte man die Versuche wiederholen und Büffel etwa an den Süden des Victoria-Sees bringen, auch nach Bukoba, wo sie Sümpfe haben können. Aber Aussicht auf Erfolg hat das nur, wenn tüchtige Landwirte sich der Behandlung der Tiere dauernd annehmen.

Camelus dromedarius Erxl.

Das Dromedar kommt für uns in Ostafrika kaum in Betracht, ich kann es hier also nur ganz kurz erwähnen. Diese Art und das Kamel i. e. S. (C. bac- trtanus Erxl.) gehören nach den neueren Untersuchungen nur einer Tierart an, die wahrscheinlich in den Wüsten Zentralasiens von Nomaden gezüchtet wurde. Und zwar ist die zweihöckerige Form, das Kamel im eigentlichen Sinne, die ur­sprünglichere Form, das einhöckerige Dromedar ist wahrscheinlich eine Züchtung von Iran, von wo es weiter nach Westen vordrang. Im Euphratland war es in der ersten Hälfte des ersten vorchristlichen Jahrtausends jedenfalls bekannt. Aber es ist eigenartig, daß das Dromedar trotz den vielen Beziehungen zum Osten den Ägyptern in früher Zeit gefehlt zu haben scheint. Zwar hat man in der lybischen Wüste eine Zeichnung davon auf Felsen entdeckt, die aus alter Zeit stammt, und neuerdings fand man die Statuette eines niederknieenden Dromedars als Salbfläschchen in den Gräbern bei Abusir-el-melek im Fayum, die aus der vorhistorischen Zeit Ägyptens stammen (Schwäbischer Merkur vom 28. August 1907).*) Aber sonst erscheint es nur im Gefolge der asiatischen Vasallen und wurde erst um 600 v. Chr. dort sicher bekannt. Man meint auch vielfach, daß religiöse Vorurteile die Abbildung des Dromedars verboten. Weiter westlich ist es erst dicht vor Beginn unserer Zeitrechnung, in Algier sogar wohl vom König Juba, zuerst als seltenes Tier, eingeführt. Eine große Verbreitung aber bekam es in Nordafrika erst durch die Araber, die es einerseits nach Sizilien und Spanien, andererseits in den Sudan und bis zu den Somali-Ländern gebracht haben. In alter Zeit wird man auf wenigen Wegen die Sahara zu Fuß, oder mit Hilfe von Eseln und Rindern durchquert haben, wahrscheinlich waren damals auch ihre Wasserverhältnisse besser.

In Ostafrika hat das Kamel seine südliche Grenze noch nördlich vom Juba- l'luß, meist aber wird es an der Küste nicht viel über Mugdischu gehen, hn Innern ist es bis zum Rudolf- und Stefani-See vorgedrungen, die Massai haben im Norden ihres Streifgebietes den Galla oder Somali manchmal welche fort­genommen. Nach Merker sollen die nördlichen Massai es sogar bisweilen als

*) Nach Haacke-Kuhnert, Tierleben III S. 545 soll das Dromedar auch in einem Papyrus aus dem 14. Jahrhundert v. Chr. genannt sein.