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kenntnis der Zucht angenommen und es fertig gebracht, in kurzer Zeit mehr als ein halbes Hundert prächtiger Kreuzungen mit einheimischen Buckelrindern zu erzielen. Der Buckel verschwand schon in der zweiten Generation völlig und die Tiere sahen aus wie europäische. Leider ist dann nach dem hortgang des Herrn Eick eine Seuche in der Herde eingeschleppt worden, so daß der spätere Pächter von Kwai, Herr IIlieh, fast von neuem mit der Zucht beginnen mußte. Er hat in der Folge zu verschiedenen Malen fränkische Zuchtstiere eingeführt und sehr schöne Resultate erzielt; es ist ihm auch durch strenge Stallfütterung gelungen, die Krankheit aus Kwai fortzubekommen. Der Bestand ist jetzt wieder so groß geworden, daß mit einer ordentlichen Milchwirtschaft begonnen werden konnte. Leider sind die Weideflächen in Kwai für eine ausgedehnte Wirtschaft zu klein. Größere Betriebe werden erst anfangen können, wenn man mit einer Bahn das Vieh vor Krankheiten sicher nach dem Massailand bringen und später die Zuchtresultate auch absetzen kann. Ich stelle mir vor, daß dort die Viehzucht für europäische Unternehmer noch einmal eine große Rolle spielen kann, wenn es gelingt, die Seuchen abzuhalten, was wohl nur durch Quarantäne-Stationen, Einzäunen und Verbot des unvernünftigen Treibens von nicht untersuchtem Vieh geschehen kann.
Zum Studium und zur Bekämpfung der Viehseuchen ist vom Gouvernement auf Anregung Sr. Exz. Prof. Koch eine Organisation geschaffen, die aber noch sehr viel weiter ausgedehnt werden müßte, um -segensreich zu wirken.
Einige Langhornrinder waren eine Zeit lang auf der Mission in Kurasini bei Daressalam.
Bubalus buffelus L. var. domesticus.
Der Büffel stammt wahrscheinlich von dem indischen Wildbüffel, dem Arni,, ab. Uber die Geschichte seiner Zähmung und seiner Verbreitung scheint wenig bekannt zu sein. Keller gibt an, daß auf einem babylonischen Siegelzylinder aus dem 4. Jahrtausend einer abgebildet sei. Der Büffel ist als sehr nützliches. Tier nach Ägypten, (596 n. Chr.) nach Italien, Ungarn usw. verbreitet worden. Er ist zum Ziehen geeignet, seine Milch ist außerordentlich fettreich, und aus ihr wird der vorzügliche musaarclla-YJa.se in Italien gemacht. Die Büffelbutter ist fast schneeweiß.
Schon vor längerer Zeit hatten Indier einige Tiere nach Zanzibar gebracht, die sich dort schlecht und recht wie anderes Vieh hielten. Ich kaufte für das Gouvernement im März 1896 drei Stück, um den Versuch der Einführung zu machen, aber die Tiere starben nach einiger Zeit an einer uns damals noch unbekannten Krankheit. Es wird Texasfieber gewesen sein. Da mir die Einführung dieser eminent nützlichen Tiere recht wichtig schien, kaufte ich 190a wieder einige Tiere in Bombay, und zwar von der Gudjerat- und der Delhi- Rasse. Sie wurden nach Kwai gebracht, hielten sich aber trotz bester Pflege nicht lange, sie bekamen sogar angewärmtes Wasser. Die Bullen starben zuerst, so daß die Zucht nicht weiter geführt werden konnte. Das Gebirge, auch