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Bd. 10 (1909) Beiträge zur Kulturgeschichte von Ost-Afrika : allgemeine Betrachtungen und Studien über die Einführung und wirtschaftliche Bedeutung der Nutzpflanzen und Haustiere mit besonderer Berücksichtigung von Deutsch-Ostafrika / von Franz Stuhlmann
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kurzgestielte Blätter hat, sondern mit der Suntara-Orange, der Bigaradicr chinois von Risso.

Die Blätter sind mit Stiel nur bis 7 [ / 2 cm lang, gegen die Spitze wenig gekerbt. Der etwa 1 cm lange Stiel ist gar nicht oder nur schwach gerandet, Dornen sind nicht vorhanden. Die Früchte werden bis 8 cm dick, sind grünlich­orangefarben, gegen den Stiel ausgesprochen zitzenförmig verlängert, an der ent­gegengesetzten Seite stark eingezogen. Die Schale ist außen stark warzig und liegt dem Fleisch nur ganz lose auf, so daß dieses oft in der Frucht schüttelt und das ganze schwimmen kann. In der Mitte schließen die Loben nicht zu­sammen, lassen einen großen Hohlraum frei, auch hängen die einzelnen Loben nur wenig zusammen. Das Fleisch ist orangerot, süß, oft etwas trocken und holzig, wenn die Frucht auf trockenem Boden stand. Die Schale duftet stark, die Blätter haben etwas Geruch, in der Durchsicht bemerkt man kleine Öldrüsen.

Nach den Beschreibungen scheint es nur demnach, daß es sich um eine Sun- tara-Sorte handelt, die man in Indien meistens mit dem Namen sylhct bezeichnet.*)

Nach Indien sollen diese Sorten erst vor 300 Jahren bekannt geworden sein, in Java scheint es sie schon lange zu geben, denn Rumphius beschreibt sie als dort häufig. Unsere hiesige Javane nennt sie jcru-lctcr. In Indien heißen die verschiedenen Sorten derselben suntara , kämala, satkara , sintra; auf den Molukken soll sie ussc, aussi, massussu heißen und wird dort als eine chinesische Einführung angesehen.

Denkbar ist, daß das Swahili-Wort chcnza aus China verdreht ist.

Wann diese Sorte eingeführt wurde, ist schwer zu sagen. Ich vermute, daß die Araber sie von ihren Handelsniederlassungen aus China (etwa zwischen dem 10. und 14. Jahrhundert) mitbrachten, oder aber, daß sie als chinesische Orange von den Portugiesen an den Molukken oder von Südchina eingeführt wurde.

Sie findet sich auf Zanzibar, Pemba und an manchen Küstenplätzen, aber etwas seltener als die süße Orange, sie wird anscheinend weniger als diese kulti­viert, da sie anspruchsvoll ist und leicht holzig-trockenes Fleisch hat, wenn der Standort ungünstig ist. In Bondei ist sie stellenweis zu finden. Von den Europäern wird sie durchweg als Mandarine bezeichnet, es ist aber offenbar eine »falsche Mandarine«.

7 . Citrus nobilis Lour.

Die Mandarine wächst auf einem kleinen Strauch oder Baum mit lanzett- lichen ganz kurz gestielten Blättchen und etwas niedergedrückten, glänzenden, dunkelorangefarbenen, süßen, 56 cm großen Früchten, deren Pulpa rot ist. Es gibt an der Küste und besonders auf Zanzibar eine Sorte kleiner orangenartiger Früchte, die man kangaya nennt und die reif eine hochorangerote, wenig durch die Öldriisen runzlige Schale haben, welche ganz lose um das Fleisch sitzt. Die

*) Auch sungtara, persisch sangtara, Yule und Burneil meinenwohl irrtümlich daß diese Art aus Cintra in Portugal stamme.