Teil eines Werkes 
Bd. 10 (1909) Beiträge zur Kulturgeschichte von Ost-Afrika : allgemeine Betrachtungen und Studien über die Einführung und wirtschaftliche Bedeutung der Nutzpflanzen und Haustiere mit besonderer Berücksichtigung von Deutsch-Ostafrika / von Franz Stuhlmann
Entstehung
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seinem Tode stellen seine Erben das Getränk weiter her und haben sich dadurch um die europäische Bevölkerung von Daressalam sehr verdient gemacht.

Die süßen Orangen werden in geflochtenen Körben, sogenannten pakadja , von Zanzibar aus, wo es die besten gibt, an die Küste und auch viel nach Bombay, Aden und Mossambik-Delagoabay verschickt.

Unsere Zollstatistik wirft leider »Obst und Südfrüchte, frisch und getrocknet« zusammen. Davon sind eingeführt:

1903 102592 Kilo im Wert von 25112 Mk.

1904 87464 27906

1905 65729 24565

Wieviel hiervon auf die Orangen fällt, ist schwer zu sagen, aber da Bananen extra aufgeführt werden, mag immerhin ein guter Prozentsatz von diesen Zahlen den Orangen zukommen, die das Küstenland und Mafia auch produzieren könnte.

Die Ausfuhren von denselben Früchten sind bei uns nur gering:

1903

14574

Kilo im Wert von

1882 Mk

1904

7428

n yy *y n

1125

1905

7742

yy n y y

696

1906

2446

>> >> >> >)

1062 ,,

Von diesen Mengen wird der größte Teil Proviant für die Dampfer dar­stellen. Es sind auch wohl noch andere Früchte darunter ausgeführt, denn die Zoll-Position heißt »Obst und Südfrüchte«.

4. Citrus Aurantium sinensis Var. decumana (L.) Bonavia.

Die Pampelmuse, Adamsapfel. Es ist noch nicht ganz sicher, ob diese Sorte mit ihren riesigen Früchten ein Abkömmling von C. histrix oder, was wahrscheinlicher ist, eine Varietät der Apfelsine ist. Wahrscheinlich stammt sie ursprünglich von den Inseln im Osten des indomalayischen Archipels, und verbreitete sich früh in Java usw. Nach Calcutta gelangte sie erst spät von Batavia aus, wird dort heute noch batur nimbu, batavi genannt. Der Name Pampelmus wird von pumpcli-mas u. a. in tamilischen Sprachen, der englische Name shaddock von einem Schiffskapitän dieses Namens abgeleitet, der die Frucht zuerst nach Westindien brachte. (Vergl. auch Yule und Burneil S. 721. 817).

Während in Indien sehr viele Sorten angebaut werden, gibt es bei uns meines Wissens nur zwei beide mit recht großen Früchten und mit blaß- griinlichgelber dicker Schale. Die eine mit ziemlich faserigem und geschmack­losem blaßgelbem Fleisch, die andere etwas besser mit rötlichem Fleisch. Sie sind nicht sehr beliebt und auch nicht viel verbreitet. Man bekommt recht selten eine Frucht zu sehen. Hier und da ist auf den .Missionen ein Baum angepflanzt. Ich glaubte früher immer, daß es eine neue Einführung, eventuell von Reunion sei, bis ich hörte, daß an der alten Shirasi-(Perser)Niederlassung in Mtangata diese Art zusammen mit anderen Citrus-Bäumen stehen soll. Daß es bei der