Teil eines Werkes 
Bd. 10 (1909) Beiträge zur Kulturgeschichte von Ost-Afrika : allgemeine Betrachtungen und Studien über die Einführung und wirtschaftliche Bedeutung der Nutzpflanzen und Haustiere mit besonderer Berücksichtigung von Deutsch-Ostafrika / von Franz Stuhlmann
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der sehr breitgeflügelte Blattstiel, mit kleinen Blüten und kugeligen oder eiförmigen Früchten; auf den Inseln des indischen Archipels und auf Timor.

Subsp. acida Botiavia. (Lima in Ceylon, limc englisch, lanon-nipis ma- layisch), mit geflügelten Blattstielen, welche mehrmals kürzer als das ovale Blättchen, in den Blüten oft nur vier Blumenblätter, mit kugligen .oder eiförmigen Früchten, mit blasser saurer Pulpa. Vier Varietäten in Indien, von denen pati-nebu kleine kuglige Früchte, kagugi-ncbu, kaghazi-nimbu (»Papier-Limonelle«) kleine längliche Früchte mit dünner Schale haben; kamarali-ncbu ist eine großfrüchtige Sorte.

Sehen wir uns nun nach dieser botanischen Orientierung, die in Ost-Afrika vorkommenden Sorten und ihre vermutliche Geschichte an:

2. Citrus Aurantium amara. L.

Die bittere Orange, Pomeranze. Im Küstenland z. B. massenhaft im Hinterland von Tanga, in Bondei, bei Lewa, in den Usambarabergen findet man Bäume mit bitteren Orangen. Hier bei Amani stehen eine ganze Menge solcher Bäume an Plätzen, wo früher einmal eine Niederlassung der Eingeborenen war. Sie sind so häufig, daß einige Reisende (z. B. Dr. Bau mann) sie für wild und einheimisch hielten. Andererseits hört man von sorgsamen Beobachtern die Mei­nung vertreten, daß es aus Samen süßer Orangen entsprungene Wildlinge seien. Es ist dies nicht so ohne weiteres von der Hand zu weisen, und jemandem, der an unsere heimischen Obstsorten denkt, liegt der Gedanke nahe, daß aus Kernen gezogene Nachkommen von guten Sorten in eine Urform Zurückschlagen. Und bei der Orange wendet man ja im Mittelmeergebiet auch meist Veredelung an, aber besonders aus dem Grunde, weil man Pflanzen von der viel klimahärteren bitteren Orange oder der Zitrone als Unterlagen nimmt, die gepfropft auch rascher Früchte geben sollen, als wurzelechte Pflanzen. Genaue Beobachter wie Gallesio betonen, daß in einigen Orten von Südeuropa alle Orangen ohne Pfropfung aus Samen gezogen würden, und das nie aus den Kernen einer süßen Orange eine bittere Tochterpflanze und ebenso umgekehrt entstände, daß vielmehr die beiden Varietäten ganz getrennt seien. Gallesio hat selbst 60 Jahre lang Versuche in dieser Hinsicht immer mit demselben Resultat gemacht. Ebenso gibt B r a n d i s in seiner »Forest P'lora of N. W. und Central-India« an, daß die süßen Orangen der Kassia-Berge, die hauptsächlich den Markt von Calcutta versorgen, alle nur aus Samen ohne Pfropfung gezogen seien. Allerdings wird man, wenn eine be­stimmte der zahllosen Varietäten der süßen Orangen erhalten werden soll, seine Zuflucht zur Pfropfung nehmen müssen. Bei Sämlingen aber scheint immer wieder aus den Samen der süßen Orange der Typus der süßen Orangen zu entstehen, ebenso der bittere aus den Samen der bitteren Orange. Dagegen werden aller­dings aus Guadeloupe und Caracas Angaben gemacht, daß aus den Kernen der süßen Sorte Rückschläge zu bitteren entständen. Aber die Versuche von

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