DIE CH AK DUN GSBEWEO OK G EN DES HKDliODENS DSD EIS VERSUCH IHRER VERWENDUNG. 53
Sobald das Zentrum in D anlangt, wird wieder die längste Periode aber mit einer weit größeren Amplitude auftauchen, je nach Entfernung, Absorbtion und Intensitätsänderung des Sturmes. Die kürzeren Wellen werden auch vorhanden sein, aber einerseits nicht bis zu so geringen Werten der Periode hinabgehen, als im vorigen Falle, andrerseits im selben Maße zunehmen, wie die langen Wellen.
In Wirklichkeit sind nun zwar die Inseln nicht so regelmäßig um die Stationen verteilt, wie es oben angenommen wurde. Das ist einesteils ein Nachteil, mehr aber noch eine Erleichterung bei der Orientierung über die Richtung, aus welcher der Sturm kommt.
Ein wichtiges Mittel, die Entfernung des Brandungsherdes zu schätzen, ist die ganze äußere Erscheinung der Registrierung. Bei naher Brandung werden die Bewegungen sehr unregelmäßig, die Periode schwankt zwischen weiten Grenzen, respektive sie sind in großer Zahl vorhanden, von denen die kleineren überwiegen (s. Eig. 2). Bei großer Entfernung erscheinen hauptsächlich die langen Perioden, welche schwächer absorbiert werden, und zwar in regelmäßigen Sinuskurven. Die Eig. 3 soll das veranschaulichen.
Es ist zu erwarten, daß die Hinzuziehung der Registrierungen der vertikalen Komponente der Brandungsbewegungen noch weitere Aufklärung nicht nur über das Wesen der Erscheinung, sondern besonders auch über die Bahn des Sturmes bringen werden. Leider war in den Jahren 1905 und 1900 noch kein Vertikalseismograph in Samoa aufgestellt.
Aber auch die Registrierungen in der horizentalen Komponente allein werden es ermöglichen, die hier gewonnene Kenntnis von dem Wesen der Brandungsbewegungen in der praktischen Meteorologie zu benutzen. Besonders auf Inseln, welche nicht mit der Umgebung telegraphisch verbunden sind oder keinerlei Sturmwarnungsdienst haben, wird man den Seismographen hierzu mit Vorteil verwenden können. Natürlich erfordert diese Methode Uebung und Erfahrung wie alle meteorologischen Prognosen.
Besprechung von Einzelfällen.
Die Orkane des südlichen Stillen Ozeans entstehen in der Nähe des Aequators und wenden sich zunächst nach Südwest. In einer Breite, die feststehenden Schwankungen unterworfen scheint, biegen sie jedoch nach Siidost um. Die Sturmbahnen sind daher nahezu Parabeln mit einem Breitengrade als Axe. Die Gesetze, nach denen die geogr. Breite und Länge des Scheitelpunktes variieren, sind für einige Meere empirisch und theoretisch behandelt worden. Ei'ir das hier zu betrachtende Gebiet des südlichen Pazifik sind solche Untersuchungen von E. Knipping 1 ) begonnen.
1) E. Knipping: Die tropischen Orkane der Südsee zwischen Australien und den Paumotu- Inseln. Arch. d. Seewarte 16. 1893. Heft 1.