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Ergebnisse der Arbeiten des Samoa-Observatoriums der Königlichen Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen
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FRANZ LINK E,

der Witterung in Samoa die kurze Periode neben der neuen unverändert bestellen, bis das Zentrum, das am 18. am nächsten kommt, nabe herangerückt ist, sodaß der Wind auffrischt.

Solche Beispiele für die Unabhängigkeit der Bodenbewegung verschiedener Perioden sind in großer Anzahl in den Tabellen enthalten. Sie ordnen sich zwanglos unter die hier vertretene Theorie, während sie Rätsel bleiben für alle Hypothesen, welche durch Luftdruckunterschiede und Windreibung die ,.mikro­seismische Unruhe erklären wollen.

Die Registrierungen in Samoa zeigen außer den durch die Lagunenwellen erzeugten Perioden von 2 Sekunden keine deutliche Spur einer täglichen Periode. Sie befinden sich damit in Uebereinstimmung mit den meisten Auf­zeichnungen gleichwertiger Instrumente. Wenn früher so oft eine tägliche Pe­riode gefunden ist, so war sie entweder durch örtlichen Wind verursacht ge­wesen oder durch Luftströmungen im Instrumentenkasten, welche mit den einer täglichen Periode unterworfenen meteorologischen Elementen in Verbindung standen.

Erklärlich wäre nur was vielleicht bei einigen Stationen nahe der Küste zutreffen mag daß die tägliche Aenderung des Windes zugleich eine Aenderung des Seeganges zur Folge haben könnte.

Zu untersuchen wäre auch, ob nicht an seichten Küsten mit starken Ge­zeiten, die Veränderlichkeit des Wasserstandes auch eine Vermehrung und Ver­minderung der Wellenhöhe bewirkt, wodurch nach den Ausführungen auf Seite 17 ebenfalls eine nahezu halbtägige Periode veranlaßt werden müßte.

In Apia konnte diese Wirkung nicht in Frage kommen, weil außerhalb des Riffes, wo die Brandung stattfindet, eine Aenderung der Meeresoberfläche um l/a m nicht sehr in Betracht kommt.

Die innerhalb des Riffraumes im seichten Wasser eintretenden Wellen weisen eine geringe tägliche Periode mit den Gezeiten und dem Winde auf.

Der Zusammenhang der Braiidungsbewegnngen mit Stürmen.

Daß bisher die Natur der Brandungsbewegungen nicht richtig erkannt worden ist, liegt hauptsächlich an der meist eingeschlagenen Methode. Man versuchte auf rein statistischem Wege, durch Summierung über große Zeitabschnitte Zu­sammenhänge zu entdecken, wie das oft bei meteorologischen Untersuchungen zum Ziele geführt hat. Der Gegenstand teilt aber mit vielen andern meteorolo- logischen Problemen die Eigenschaft, daß bei irgend einer unzweckmäßigen Inte­grierung seine Zusammenhänge mit .andern Erscheinungen herausfallen. Die Er­höhung der Windgeschwindigkeit kann dem Auftreten der Brandungsbewegungen