DIE BRANDUNG SBEVEGUNGEN DES ERDBODENS UND EIN VERSUCH inUER VERWENDUNG. 47
welche verschiedene Windverhältnisse haben, vom Seismographen verzeichnet werden. Eine mittlere Periode von 4 Sekunden ist in 95 % aller Fälle vorhanden. Nach dem oben über Meereswellen Gesagten ist es kaum ein Zweifel, daß sie durch Brandung der Wellen des Passatwindes, welcher mit geringen Unterbrechungen weht, oder auch wohl durch die Brandung an Lceküsten erregt werden. Nach den übereinstimmenden Angaben von Paris, Krümmel und Schott beträgt die den Passatwinden entsprechende Periode im freien Meere etwa 4Vs Sekunden. Das ist auch die zur mittleren Windstärke auf dem Meere (Grad IV der Beaufortskala, 7 m. p. s.) gehörende Periode, wodurch sich ihr häufiges Auftreten auch in Monaten ohne Passat nach der Wahrscheinlichkeit
Die nächst niedrigere Periode von 3 Sekunden gehört geringerer Wind-
die Wellen in der flachen Lagune zwischen Kiff und Küste hervorgerufen zu werden, welche zwar schwach sind, aber nur 10 m vom Seismographen entfernt branden. Die Periode dieser Flachwasscrwellen berechnet sich nähernngsweise (nach Krümmel, Ozeanographie IT, S. 22) als
wo die Tiefe des Wassers ist. Fiir p = 2 m ist t = 1.6 Sekunden.
Im September 1905, als ein neuentstendener Vulkan in Savaii in fortwährenden Eruptionen tätig war, können auch diese jene kleinen Wellen erzeugt haben.
Von Wichtigkeit für die vorliegende Untersuchung sind hauptsächlich die längeren Perioden. Und solche sind bis zu 8 Sekunden beobachtet worden. Einige Male schienen mir auch größere vorhanden zu sein. Sie waren jedoch in den kürzeren Perioden mit großer Amplitude nicht deutlich zu erkennen.
Eigenschwingungen, welche durch die Brandung erregt werden.
Wie schon erwähnt, ist E. Wiochert 1 ) der Ansicht, daß durch die Brandung Eigenschwingungen erregt werden, derart, daß die auf einer Magmaschicht frei schwimmend angenommene oberste Erdschicht elastische Scheerungswellen in rein horizontaler Richtung ausführt: die mittelste Zone bleibt in Ruhe, die darüber und darunter liegenden Schichten geraten in horizontale Schwingungen nach entgegengesetzten Richtungen. Die Eigenperiode T berechnet sich aus der Dicke der Schicht bis zum Magma D, und der Geschwindigkeit der Schwingungswellen t> - 3.3 km p. s.,
erklärt.
geschwindigkeit an. Hingegen scheint die kleinste Periode von 2 Sekunden durch
1) E. Wiechert u. K. Zoeppritz, Über Erdbebenwellen I. Gött. Nadir. 1907.