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Die Brandungsbewegungen des Erdbodens und ein Versuch ihrer Verwendung in der praktischen Meteorologie
(nach den Registrierungen und Beobachtungen des Samoa-
Observatoriums)
von
Franz Linke.
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Vorgelegt in der Sitzung vom 21. März 1908 durch Herrn E. Wiechert.
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Solange es Instrumente gibt, welche die Bewegungen des Erdbodens genügend empfindlich aufschreiben, hat man beobachtet, daß sehr selten vollständige Ruhe herrscht, sondern daß meist kurzperiodische Schwankungen des Instrumentes um seine Ruhelage auftreten. Es ließ sich nachweisen, daß es sich hierbei oft um wirkliche Bewegungen des Erdbodens handelt.
Infolge technischer Mängel sind diese hier zu behandelnden wirklichen Bodenbewegungen aber oft mit solchen verwechselt worden, welche durch Straßenverkehr und örtlichen Wind hervorgerufen werden. Von diesen soll hier nicht die Rede sein. Auch jene langperiodischen Schwankungan, welche durch Luftströmungen innerhalb des Schutzkastens und andere instrumentelle Fehler entstehen, sollen hier beiseite gelassen werden. Es ist Sache einer Erdbebenwarte, durch entsprechende Wahl der Instrumente und geeignete Aufstellung solche Erscheinungen zu beseitigen.
Wenn alle diese Störungen vermieden sind, zeigen die modernen Seismographen Bewegungen, wie sie Figur 1 vor Augen führt. Sie entstehen oft plötzlich, erreichen innerhalb einiger Stunden ihren Höhepunkt, halten aber meist einige Tage an und verschwinden allmählich. Oft ist die Periode ziemlich konstant, zeitweise kann man deutlich zwei und mehr Perioden unterscheiden, welche sich über einanderlagem, auch wohl Schwebungen bilden. Sie entstehen
Abhandlungen d. K. Ges. d. Wiss. zu Göttingen. Math.-pliys. Kl. N. F. Band 7,3. 1
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