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Bericht über die in Deutsch-Ostafrika aus Mitteln des Kali-Propagandafonds im Jahre 1911/12 ausgeführen Düngungsversuche
Entstehung
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Organisation der Versuche

keit der Bestände zu verlängern ist. Es soll dabei nicht ver« kannt werden, daß durch etwa 5 % betragende jährliche Verluste an erkrankten Bäumen und das dadurch erforderliche Nach« pflanzen von selbst eine allmähliche Erneuerung der Bestände in dieser Zeit stattfindet. Die ältesten Kakaopflanzungen sind zur Zeit 16 Jahre alt, so daß Aufklärung über diese Frage jetzt dringend erforderlich wird.

Weiter verlangt die Aussicht, mit Hilfe einer künstlichen Nährstoffzufuhr den Kampf gegen das Umsichgreifen der Kakao« braunfäule erfolgreich zu unterstützen, die Anstellung von diesbezüglichen Versuchen.

In Anerkennung der Notwendigkeit einer Kunstdünger« Wirtschaft wäre es fehlerhaft, die in anderen tropischen Ländern durch Versuche ermittelten Erfahrungen einfach auf samoanische Verhältnisse zu übertragen, da die Verhältnisse in den einzelnen Ländern grundverschieden sind. Es handelt sich in Samoa fast ausschließlich, wie erwähnt, um Dauerkulturen, deren Ansprüche weit weniger bekannt sind, als die der Kulturen mit kurzer Vegetationszeit. Auch liegen die Verhältnisse überall da, wo eine ausreichende Bodenbearbeitung, von der in Samoa noch nicht die Rede ist, stattzufinden vermag, ganz anders. Dazu kommt, daß hier im Lande selbst, wie bereits betont, die Be« schaffenheit des Bodens so außerordentlich wechselt, daß viele Pflanzer selbständig werden ermitteln müssen, was für die Ver« hältnisse ihrer Betriebe besonders notwendig ist. Die einge« leiteten Versuche sollen und können nur zunächst allgemeine Richtlinien angeben und zeigen, wie derartige Versuche auszu« führen sind.

Die Düngungsversuche des Jahres 1912/13.

Da es im Schutzgebiet bei Einleitung der Versuche noch an einer staatlichen Versuchsstation mit Versuchsland mangelte, wurden alle bisherigen Versuche bei Privatpflanzern oder Gesellschaften angelegt, was im übrigen aus den ange« führten Gründen der so verschiedenen Bodenverhältnisse wegen durchaus erwünscht war, um möglichst bald ein klares Bild über die Wirkung der Düngung in den einzelnen Gegenden und auf den verschiedenen Böden zu erhalten.

Es galt zunächst, an der Hand eines einheitlichen, möglichst einfachen Schemas Klarheit über das Düngungsbedürfnis der