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Bericht über die in Deutsch-Ostafrika aus Mitteln des Kali-Propagandafonds im Jahre 1911/12 ausgeführen Düngungsversuche
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Wie die Tabellen VII u. VIII zeigen, hat fast jede Dünger* Zusammenstellung gegenüber der ungedüngten Parzelle einen Mehrertrag erzielt, der bei der Volldüngung bisweilen sehr be* trächtlich ist.

So groß aber auch die erzielten Mehrerträge im Mittel sind, so beweisen doch die sehr hohen Werte der wahrscheinlichen Fehler, daß bei der Entstehung dieser Unterschiede zufällige Faktoren noch eine große Rolle gespielt haben, und daß von einer einwandfreien Sicherheit der Ergebnisse, die eine begründete Rentabilitätsberechnung zulässig erscheinen ließe, einstweilen noch keine Rede sein kann.

Vielmehr läßt sich nur ein allgemeines Ergebnis der Mais* versuche an der Fland der Tabelle VIII a u. b dahin zusammen* fassen, daß eine Düngerwirkung bzw. eine Düngerbedürftigkeit der Böden nach dem Ausfall der diesjährigen Maisversuche zwar vorliegt, genaue Schlüsse über die im Einzelfall anzuwendende Düngerzusammenstellung jedoch noch nicht möglich sind. Es ist somit auch hier die mehrjährige Fortsetzung der Ver* suche auf den gleichen Flächen dringendes Erfordernis.

3. Sorghumhirse.

Die Sorghumhirse(AndropogonSorghum,Kisuaheli:Mtama) bildet in ihren zahlreichen Spielarten die Hauptgetreidefrucht des Schutzgebiets und als solche den wichtigsten Bestandteil der Nahrung seiner Bewohner, mit Ausnahme der Bananen essenden Stämme des Seengebietes.

Kommt der Sorghumhirse schon aus diesem Grunde eine hohe wirtschaftliche Bedeutung zu, so wird diese noch durch die neuerliche Feststellung erhöht, daß sie nach den Versuchen von Hansen * Königsberg, Honcamp * Rostock und anderer Autoren ein Kraftfuttermittel vom Werte etwa der russischen Futtergerste ist und somit vielleicht berufen erscheint, auf dem heimischen Futtermittelmarkt eine wichtige Rolle zu spielen, so* bald das bereits erwachte Interesse der heimischen Abnehmer zur weiteren Ausnutzung der fast unbegrenzten Anbaumöglich* keiten im Schutzgebiet geführt haben wird.

Der Sorghumbau ist zurzeit noch ausgesprochene Eingeborenen* kultur; erst ganz geringe Flächen in europäischen Betrieben der Kolonie sind mit ihr bestellt, und zwar lediglich zur Verpflegung der eigenen Arbeiter.

Versuche zu Sorghumhirse