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Bericht über die in Deutsch-Ostafrika aus Mitteln des Kali-Propagandafonds im Jahre 1911/12 ausgeführen Düngungsversuche
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Ackerbaugebieten mit glänzendem Erfolge eine großzügige wissen» schaftliche Propaganda durch Anstellung von Düngungsversuchen entfaltet, deren Ausdehnung auf die deutschen Schutzgebiete ebenfalls bereits in Angriff genommen war.

Die Düngungsversuche des Jahres 1911/12.

Für die Übertragung der vorstehend gekennzeichneten Grund» Die

gedanken auf die praktischen Verhältnisse des deutsch»ostafrika» Organisation o 1 der versuche

nischen Schutzgebiets, das in Fragen des Düngewesens, wie oben in D eu t sc h»

auseinandergesetzt ist, durchaus als Neuland zu bezeichnen war, Ostatrika

auf welchem Schnelligkeit der Ausführung und Sicherheit aller

Versuchsergebnisse in gleicher Weise anzustreben sind, kommen

die folgenden Gesichtspunkte in Betracht.

Von vornherein muß die Voraussetzung gelten, daß man über das Düngebedürfnis der ostafrikanischen Böden nichts weiß. Dementsprechend war eine einseitige Versuchsanstellung, allein auf die Möglichkeit der Anwendung von Kalidüngern hin, vollständig ausgeschlossen, da diese sicherlich zu schweren Fehlschlüssen und im Gefolge davon zu bedenklichen prak» tischen Mißgriffen in der Wahl der Düngemittel, Bemessung der Düngergabe usw. hätte führen müssen.

Es kam demgemäß für alle Düngungsversuche im Schutzgebiet nur das Schema des fünfteiligen, sogenannten vollständigen Differenzdüngungsversuchs in Frage, das sich, aufbauend auf dem Liebigschen Gesetz des Minimums, folgendermaßen gestaltet:

Probefläche 1. Ungedüngt,

2. Phosphorsäure + Stickstoff,

3. Phosphorsäure + Kali,

4. Stickstoff + Kali,

5. Phosphorsäure + Stickstoff + Kali.

Aus dieser Gruppierung der Nährstoffe läßt sich nicht nur der Einfluß des Fehlens eines Stoffes und im Vergleich mit der Volldüngungsparzelle der Einfluß seiner Anwesenheit auf das Pflanzenwachstum und den Ertrag entnehmen, sondern auch, da man die Preise der Düngemittel und der Produkte mit allen Nebenkosten kennt, eine rechnerische Grundlage für die

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