800
Flügellahm.
Diese Einladung kostete mich die Kleinigkeit von 480 Mark! So unmenschlich teuer sind die Preise der englischen Händler! (Nebenbei bemerkt: am Vormittag erstand ich mir einen gewöhnlichen Kragenknopf aus Messing: für diesen Gegenstand mußte ich 2 Mark hinterlegen.)
Am 6. gaben wir schweren Herzens unsere Waffen ab und standen zum Abmarsch bereit, als der englische Polizeioffizier in letzter Minute den Durchmarsch verweigerte.
Durch die Kapkolonie zur Küste.
Endlich am 7. April wurden wir in Marsch gesetzt. Unser Häuflein bestand aus 5 Offizieren (außer mir die Leutnants von R. und C., Oberarzt C. und Apotheker F.) und 35 Mann. An der Fähre war eine Ehrenwache von 9 Reitern aufgestellt, als wir jene mittags 1 Uhr bestiegen. Unter fortgesetztem Hüteschwingen und Abschiedsrufen glitten wir nach dem englischen User hinüber. Rührend bezeigte sich die Treue eines Hundes, der, zurückgelassen, sich ins Wasser warf und durch den breiten, starkfließenden Strom seinem Herrn, einem Reiter, nachschwamm. Unter dem Geleite des Polizei-Leutnants Wolce und zweier Polizei-Unteroffiziere traten wir, auf fünf Wagen verfrachtet, unsere Reise durch die Kapkolonie an. Die uns ziehenden Maultiere waren kräftig und wohlgenährt, denn sie erhielten täglich die für uns aus Südwest Kommenden märchenhaft klingende Menge von 12 Pfund Hafer. So ging es von 4.5—7.35 abends trotz tiefen Sandes sehr flott vorwärts. Der Wagenzug riß jedoch bald derart weit auseinander, daß die Wagen gegenseitig außer Sicht kamen. So konnte das Mißgeschick eintreten, daß drei Wagen eine andere Pad denn wir einschlugen; und natürlich war unser Mundvorrat und unser Gepäck auf einem dieser Fahrzeuge verstaut. Ritterlich teilte alsbald ein Polizei-Unteroffizier seinen eigenen Vorrat mit uns und braute uns den Tee.