6. Abschnitt.
Flügellahm.
An Ruhr erkrankt, — ins Lazarett, — nach Namansdrift, — ein trauriges Osterfest, — durch die Kapkolonie zur Küste, — über Lüderitzbucht nach Swakopmund.
An Ruhr erkrankt.
Rächend packte mich jetzt eine elende Schwäche: Knapp, daß ich meine Meldung erstattet hatte, sank ich aus mein Lager nieder. V. machte mir wohlgemeinte Vorwürfe und gab mir Calomel zu schlucken. Die Anzeichen der Ruhr hatte ich bereits während der letzten Tage in Ondermaitje bemerkt. Aber ich wollte der Krankheit so lange als möglich trotzen, gerade jetzt, da die lohnenden, so wunderbar nervenreizenden Streifen einsetzten.
Am Nachmittag trat unser Feldwebel seine Heimatswanderung an. Wie so manchmal — auch er konnte sich dem neuen Herrn nicht fügen. Er, der seit Anfang des Aufstandes die schwierigsten Lagen durchgekostet, konnte es nicht überwinden, sich unter die Befehle eines zunächst noch im Frontkrieg unerfahrenen Führers zu stellen. Auch der nächstälteste Unteroffizier geht mit seinem Feldwebel krankheitshalber zurück.
Am 17. Februar besuchte uns Major T. und überbrachte den Befehl, daß wir die Besetzung der Station Velloor übernehmen sollten. So siedelten wir in einem kurzen Ritte von 6.40—8.20 am nächsten Morgen nach dorthin über. Dieser kleine Marsch verschlechterte mein