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Im Herero- und Hottentottenland
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Flügellahm.

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ähnlich. Als ich nach dem Bad um mich schaute, bot sich mir ein prächtiges Bild dar. Bei Sonnenuntergang schwammen die Wolken am Himmel in entzückendem Farbenmeer und in wunderbarem Leuchten spiegelten sie sich auf den kräuselnden Wogen der munter dahin- rauschenden Stromschnelle Wider. Stromaus, stromab lohten die stolzen Bergriesen des Oranjetales von der sin­kenden Sonne in rotglühendem Scheine gebadet. Vom sanft gleitenden Fährboot schauten die Schwarzen grinsend zu mir herüber, und hinter mir, auf erhöhtem Ufer, hatte sich eine neugierige Kaffernbande versammelt. Doch ist mir das Bad leider herzlich schlecht bekommen. Noch am selben Abend setzte hohes Fieber ein und verblieb mir mehrere Tage als unerwünschter Gast.

Ein trauriges Osterfest.

Am 1. April. Ewig werden mir die Ostern von 1906 in wehmütiger Erinnerung bleiben! Wie wir in der Nacht zum 1. April in unserem Haus, das am Rande der Nieder­lassung liegt, da, wo die schroffen Höhen der Oranjeberge steil emporsteigen, im Schlafe liegen, da stürzt etwa gegen 12 Uhr ein Reiter in unser Zimmer mit den Worten: Befehl vom Kommandanten: Die Höhen oberhalb Ra- mansdrift sind von Hottentotten besetzt; die gesamte Be­satzung soll sich zum Fort, zum Fluß hinab, sammeln!" Der Oberarzt sowohl wie ich, wir antworteten beide, wir blieben liegen; lieber ließen wir uns von den gelb-braunen Teufels die Köpfe mit dem Kirri einschlagen, als daß wir ausständen. Die tückische Ruhr macht eben den Menschen so mutlos und tötet ihm jede Spannkraft. Unsere Erwide­rung mußten die Reiter Wohl gemeldet haben, denn nach etwa einer halben Stunde hörten wir die schweren, nägsl- beschlagenen Schuhe dreier Reiter auf dem felsigen Boden