Im Feldregiment.
273
wir nisteten uns ein, so gut es eben gehen wollte. Zu Füßen hochstämmiger Bäume sprudelten prächtige Quellen zutage. In dem Schatten der laubreichsten Akazie formte ich mein Lager in den Boden, denn ein Zelt bauten wir uns nicht aus. Die Weide lag auch hier anderthalb Stunden entfernt.
Erneut auf Patrouille.
Schon am nächsten Tag, am Morgen des 13., kam der Befehl, daß die Kompagnie sofort zwanzig Mann nach Een- dorn vorschieben solle, falls der dortige Brunnen genügend Wasser hergäbe. Infolgedessen erhielt ich den Auftrag, Eendorn mit 20 Reitern zu besetzen. Umsonst hielt ich bis zum Abend eifrig Auslug nach dem herankommenden Verpflegungswagen. Vergebens! Mit einem kärglichen Säck- lein Reis und dem Versprechen, daß uns sobald wie möglich Nahrung zugesandt werden sollte, ritten wir 7.30 abends in die Nacht hinaus. Nicht einmal Brot oder wenigstens Mehl hatten wir mitbekommen können, von Fleisch gar nicht zu reden. 8.15 abends streckten wir uns auf einer flachen Kuppe in den steinigen Boden zur Nachtruhe hin, da hier etwas Weide angetroffen wurde. Feuer durften nicht angezündet werden. Morgens 3.45 ritten wir weiter, bis wir 8.45 morgens in Aros eintrafen.
Erstaunt sahen wir, daß dieser Platz inzwischen von der 3. Kompagnie unter Oberleutnant D. besetzt war. Er zeigte mir einen Befehl, daß seine Kompagnie ebenfalls zehn Reiter nach Eendorn entsenden sollte. Diese waren indes von dort unverrichteter Sache zurückgekehrt, da der Brunnen nicht einmal für 10 Pferde genügend Wasser hergab. Hierauf fußend, wachte ich mit D. aus, daß ich am nächsten Morgen hinüberreiten wolle, um die Leistungsfähigkeit des Brunnens nochmals zu Prüfen. Sollte sich
Trautmanu, Im Herero- u. Hottcntvtlenlnnd. 18