Freud und Leid bei der Proviantkolonne.
N9
von 3 morgens bis 12.30 mittags bis Derm. Auf letzterem Marsch sahen wir bei Sonnenaufgang auf einer Anhöhe die Silhouette von sechs wilden Hunden, einer hinter dem anderen hertrabend. Am 24. von 4—10.30 nachmittags bis Dornfontein. Hier wiesen die Trümmer der Farm auf früher ausgedehnte Anlagen hin. Sehr viel Wasser (allein vier Brunnen am Gehöft) und Weide war vorhanden. Hier ausruhend, schoß ich am 25. zwei Klippböcke.
Am 26. Marsch von 4—4.45 nachmittags bis Nonikam. Der Busch war zu beiden Seiten ganz außerordentlich dicht.
Überfall einer Herero-Werst.
Am 27. Marsch von 3—10 morgens, nachmittags von 3—6, um welche Zeit wir in Kowas einrückten. Hier holte ich meine 1. Halbkolonne ein. Leutnant v. C. meldete mir, daß er am Abend vorher hier seinen Kral aufgeschlagen habe, und daß am vorhergehenden Abend auf seine Posten aus dem Dickicht heraus mehrere Schüsse abgegeben seien. Beim Nachforschen nach Fußspuren habe er zwei Weiber aufgegriffen, die in einem Verhöre aussagten, daß sie aus einer Werft der nahen Kleeberge stammten. Sie seien willens, die Werft zu verraten, da sie von ihren Stammesangehörigen andauernd geschlagen würden, schon lange nicht mehr genügend zu essen hätten und deshalb auch fortgelaufen seien. Nach einem nochmaligen Verhöre faßte ich den Entschluß, jene Werft zu überfallen. Daß in den Kleebergen sich zahlreiche Hereros eingenistet hatten, konnte man schon aus den dreisten Viehdiebstählen, die seit einigen Wochen an der Tagesordnung waren, entnehmen. C. hatte bereits am Morgen eine Patrouille nach Hatsamas hinüber geschickt mit der Bitte, die dortige Besatzung möchte eine Unterstützung senden, falls ich zum Entschluß eines Angriffes kommen würde. Diese kam fast gleichzeitig mit mir