Freud und Leid bei der Proviautkolonue.
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mutterfaltern, Brettspielen und Weißlingen ähnliche. An den lauen, Wundermilden Abenden umgaukelte uns häufig ein äußerst zutraulicher Nachtfalter. In Form und Farbe gleicht er dem Wiener Nachtpfauenauge. Ohne Scheu ließ er sich auf Schulter, ja öfters sogar auf die Hand hernieder, so daß man sich an seiner schönen, vom Lagerfeuer hellbeleuchteten Zeichnung erfreuen konnte. Mitunter setzte sich der muntere, zutrauliche Nachtschwärmer auf den Rand des in der Hand gehaltenen Trinkgefäßes, dessen Inhalt sorgsam prüfend: Ein gar lieblicher Wandergesell.
Der Aufenthalt ist hier sehr angenehm, der hochgelegene Platz ist von Moskitos frei. Heute habe ich mich zum erstenmal im Leben selbst rasiert; seit Swakopmund war keines Messers Schneide über die Wangen gekommen.
Ostern 1905.
Am 22. kamen meine Leute des Morgens, ob sie nicht nach heimischer Sitte Ostern feiern dürften. Es waren fast alles Hessen und Sachsen. Auf meine Frage, wie sie es begehen wollten, baten sie, auf den umliegenden, etwa 50 Meter höher liegenden Rändern der engen Talschlucht Dornbuschfeuer abbrennen zu dürfen. Bedenken konnte ich dagegen nicht haben, dahinter wehrten überragende Dünen dem Einsehen von der Kalahari aus. Vom Feind war wochenlang keine Meldung mehr vorhanden. So nahm ich denn die Leitung selbst in die Hand. Ich bezeichnete den einzelnen Trupps die Feuerstellen. Nun schleppten die braven Kerls bei etwa 60 Grad Celsius den Tag über gewaltige Reisigbündel hinauf. Punkt 7 Uhr gab ich das verabredete Zeichen: vier Schüsse kurz hintereinander. Und aufflammten rings die Feuer. Ich saß allein unten und sah sinnend dem heimatlichen Bilde zu. Da tönte eine Sümme herab: „O du heilige, o du selige Osterzeit"; die