Druckschrift 
Im Herero- und Hottentottenland
Seite
14
Einzelbild herunterladen
 

14

Von Hamburg bis Swakopmund.

fertigte Scheiben, welche vom Dampfer 150 bis 200 Meter nachgeschleppt wurden. Diese boten ausgezeichnete auf­tauchende und verschwindende Ziele dar, weil man zum Zielen nur die. kurze Spanne Zeit benutzen konnte, da sie auf dem Wellenkamme schwammen, denn gleich darauf ver­schwanden sie wieder hinter seinem Rücken. Hatte eine Gruppe abgeschossen, wurden die Trefsergebnisse nach­gesehen.

Auf Teneriffa.

Seit dem 23. saßen wir ohne Mantel an Deck.

Am 26. sahen wir morgens beim Betreten des Decks vor uns zwei dunkle Wolken am Horizont. Unser Kapitän erklärte sie alsbald dahin auf: vor uns Teneriffa und links vor uns Las Palmas. Je näher wir kamen, um so eindrucksvoller tauchten die vulkanischen Inseln aus. Palmas blieb eine einer Gewitterwolke gleich ausschauende Wand. Aber Teneriffa zeigte uns bald die wilden Felsgrate, finsteren Schluchten, und herrlich tauchte jetzt die hell leuchtende Stadt Santa Cruz vor unseren Augen aus lichtblau schimmerndem Meere aus. Halb 1 liefen wir bei blinkendem Sonnenschein in den Hafen ein. Zur Rechten lag ein Franzose, zur Linken zwei Engländer und ein Italiener. Um 1 ließen wir uns an Land rudern. Die Stadt machte einen ganz neuen, eigenartigen Eindruck auf mich. Außer den hohen Häusern am Platz de la Constitution waren sie alle ein­stöckig; sämtliche zeigten helle Farben, zu denen sich die hellgrünen Fensterläden recht freundlich ausnahmen. Die Hosräume sahen überall idyllisch unordentlich aus, an sie wiederum schlössen sich zumeist malerisch wilde Gärten an. Einen ungewohnten Anblick gewährte uns die Insel durch das Fehlen von Bäumen. Außer zwei prächtigen Lorbeer­hainen und vereinzelten Palmen und Gummibäumen in