4
Vorbereitungen in der Heimat.
Wunsch denkend, lächeln müssen. Bei Tippelskirch bestellte ich meine Ausrüstung. Besonders anzuerkennen war, mit welcher Sorgfalt ich bei der Zusammenstellung beraten wurde. Alles Unnütze wurde mir von der Liste, die uns das Oberkommando aufgestellt hatte, gestrichen. Um 1 Uhr mittags fuhr ich bereits nach Hannover zurück. Doch schon der nächste Tag sah mich in Lübeck, wo ich bei meinem Mütterlein Weihnachten und Neujahr im Hause meines Onkels F. verlebte. Es waren stille ernste Tage. Für meine Mutter und mich war es eine heilsame innerliche Erlösung, uns über all das auszusprechen, was man nicht in einen Bries hineinlegen kann. Mein herzensgutes Mütterchen war denn auch sehr gefaßt: sie hatte ja immer geahnt, daß ich eines Tages mit einer solchen Nachricht kommen würde. Sie versteht mich ja so gut! — Die lindernde Fürsorge der lieben Verwandten erleichterte unsere Trennungsstunden. Das Jahr beschloß für Lübeck recht böse. Es trat eine Überflutung des Hafens und der unteren Stadtteile ein in solcher Höhe, wie sie seit den siebziger Jahren nicht eingetreten war. Menschenleben waren öfters bedroht, aber nicht zu beklagen.
Abschied und Mobilmachung.
Am 2. Januar fand ich mich wieder in Hannover ein. Und nun begannen die Abschiedsfeiern. Am selben Tage wurde ich vom Corps Visurgia abgefeiert. Am 3. nahm ich am Kasinoball des Bataillons teil. Unser liebenswürdiger Kommandeur hatte meinetwegen diesen auf den Abend des 3. gelegt, damit ich nochmals in der Flora deutscher Frauen weilen könne. Am 4. wurde ich seitens meines Truppenteiles durch ein Liebesmahl abgefeiert. Zu meiner großen Freude waren sehr viele Herren der Reserve und vom Zivil erschienen: Es war eine wohltuende Anteilnahme, ein herz-