1. Abschnitt.
Vorbereitungen in der Heimat.
Die Einberufung, — Abschied und Mobilmachung.
Die Einberufung.
Dreiviertel Jahre dauerte bereits der blutige Kleinkrieg in Südwest. Oft genug, wenn das Gespräch auf die Verhältnisse in Afrika überspielte, hatte ich erklärt: so gern ich bei meiner damaligen Meldung nach China gegangen wäre, so brächte mich jetzt keine Macht der Welt nach Südwest. Da am 12. Dezember 1904 kam ich auf einer Gesellschaft bei Apotheker S. mit meiner Tischnachbarin ins Ge- plauder über jenes heißumstrittene Land. Sie erzählte mir, wie es ihrem Bruder so überaus gut dort unten gefiele. Auf mein zweifelhaftes Kopfschütteln hin überreichte sie mir einen Brief dieses jungen Offiziers, den sie erst am selben Abend erhalten. Als ich nun die Begeisterung aus den Zeilen herauslas, war es alsbald um mich geschehen. Die einfachen aber um so mehr zu Herzen gehenden Worte an die Schwester losten in mir den Entschluß aus, mich nach der Kolonie zu melden.
Wie ein Wink des Schicksals wurde mir am nächsten Morgen bereits die Gelegenheit dazu gegeben. Der kalte Wintermorgen fand mich noch um 9 Uhr im Bett, da ich wegen des Pferdesonntages erst um 11 Uhr Dienst haben sollte. Da kam eine Ordonnanz, die mich bereits zu 10 Uhr
Trautmann, Im Herero- u. Hottentottcnland. 1