Rußland und Abessinien.
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schiedene französische Reisende Abessinien dnrchzogelr nnd mit ihm nähere Beziehungen eröffnet. Näher bekannt ist es aber erst seit dem Feldzug der Engländer gegen König Theodor zu Ansang der sechziger Jahre geworden. Es hat sich dabei gezeigt, daß alle früheren Überlieferungen über seine natürlichen Schätze und die hohe Kultur seiner Bewohner auf freier Erfindung beruhten.
Rußland und Abessinien.
^ie orthodoxe Kirche Rußlands ist seit langer Zeit ohne Unterlaß am Werke, ihren Einfluß auf die Schwesterkirchen des Orients auszudehnen. Nachdem sie damit in den Donauländern, in Syrien, Palästina, Mesopotamien und Persien in aller Stille großartige Erfolge errungen hatte, hat sie ihre Aufmerksamkeit Abessinien zugewendet, wo trotz aller Umwälzungen und Wandlungen sich bekanntlich eine christliche Religion die Jahrhunderte hindurch erhalten hat.
Dell Allstoß dazn hat der russische Missionsbischof Uspenski gegeben, dem Rußland in erster Linie die Stärkung seines religiösen Einflusses im Orient verdankt. Ungeachtet der schlechten Erfahrungen, welche katholische und protestantische Missionare in Abessinien gemacht hatten, trat er 1848 in Jerusalem mit den dort voll alters her hausenden ärmlichen und verkommenen abessinischen Mönchen ill Beziehung. Er versuchte die russische Regierung zu be-