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IV.
Aöessinien und Kuropa.
Abessintsche Gesandtschaften.
^m Soninier 1895 weilte eine angebliche Gesandtschaft des Negus Menelik von Abessinien, des früheren Herrschers von Schoa, in St. Petersburg. Ein unternehmender russischer Reisender Leontjew hatte die Gesandten, unter denen sich ein Prinz, ein General und ein Bischof befinden sollten, aus Abessinien nach Rußland geführt und durchgesetzt, daß der Hof die Abessinier feierlich empfangen und mit allen Ehren und Auszeichnungen behandelt hat, die Vertretern souveräner Staaten gewöhnlich erwiesen werden. Die Abessinier erregten in ihrem phantastischen Aufzuge allgemeines Interesse beim Publikum; die kirchlich gesinnten Elemente begrüßten in ihnen Glieder einer Schwesterkirche; die Industriellen schmeichelten sich schon neuer ergiebiger Absatzgebiete im Reiche des Negus und andere Kreise freuten sich über die Ordenssterne, welche der abessinische Prinz freigebig austeilte. Aber bald regten
Z im m ermann, Weltpolitisches. 16