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Bd. 2 (1903) Ethnographie
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e) Fische (i'a).

Abkürzungen: Buch. = Büchner. Sieb. = Siebenrock in Wien. Hilg. = Hilgendorf in Berlin.

Eingeschlossen sind hierbei nach samoanischem Vorbilde die Seeschlangen, die Walfische und Schildkröten. Letztere gehören ja auch zu den schon oben p. 161 genannten heiligen Fischen, den i'a. Über die Zubereitung der Fische zum Essen siehe p. 163 und die folgenden Blätter, über den Fischfang Abschnitt V. Was die Genussfähigkeit anbelangt, so werden auf Samoa nahezu alle Fische mit wenigen Ausnahmen gegessen. Solche sind besonders iliü, unavau, rnu, moamoa, gaito, sue, maoa'e; aber selbst diese gelten nur teilweise, an gewissen Orten und zu gewissen Zeiten als giftig (vergl. p. 158), während andere aus Ekel, wie z. B. der 'ava'ava und i'aui, nicht genossen werden. Graeffe 4 a giebt als giftig an Hollstes, Ostracion, Holoccntrum, Bascyllus, Glyphidodon, Pomacentrus, speciell P. scolopsis Q. G. (siehe tivao). Ich kann dies im ganzen nur für Ostracion , den sogen, moamoa zugeben; die übrigen Gattungen könnten höchstens in einzelnen Arten giftige Eigenschaften ent­wickeln, wovon mir aber nichts bekannt wurde. Sogar die Fische, welche giftige Stacheln besitzen, als nofu, sausauleie, i'atala, apoa, ferner auch ume, palagi, lo, alogo u. s. w., werden anstandslos ge­gessen, höchstens dass man die Stacheln und Flossen vor dem Kochen entfernt. Durch das Vergiften (p. 174) nehmen sie gleichfalls keine schlechten Eigenschaften an. Nach Pr. kommen folgende Worte betreffs der Fische vor:

'apa'apa Flosse tilia eingeflochten zum Kochen tinae Eingeweide

una Schuppe fuilauvi Kiemen töiö in 4 Teile schneiden

uuafi abschuppen si'usi'u Schwanz

Die folgenden Fische sind, soweit nicht anders angegeben, meist von Dr. Büchner bestimmt, 'a'a nach Sieb. Cirrhitis polystidus Gtlir., vergl. ulutu'i. Man unterscheidet 3 Unterarten, nämlich mu'a'a, mu und 'a'a, vergl. mu.

a'ä'a ein Fisch in Manu'a mit gelben Tupfen und rundem Kopf.

a'u eine Betone- Art und zwar B. Krefftii Blyth., bis 1 in lang, mit kräftiger langer Schnauze und scharfen Zähnen. Greift gereizt, ähnlich dem Schwertfisch, an und ist der schweren Ver­wundung halber von den Fischern gefürchtet. Danach macht man das a'u-Tabü (p. 98), indem man auf dem Lande, das vor Diebstahl bewahrt werden soll, einen Kokoswedel in Gestalt einer a'u-Schnauze ausflechtet und aufhängt. Der Dieb wird dann beim Fackelfischen sicher von einem a'u durchbohrt. Vergl. ise, uisila, sapatü. aua junger anae siehe dort.

'afa oder manase ein Mugil (siehe anae) mit grossen Schuppen und dickem Schwanz (Jaluit: aödag), die aua-Grösse (siehe anae) heisst hier unali'i (kleine Flossen), vielleicht M. troscheli nach Hilg. afinamea syn. mämäpalagi.

afulu syn. memea Upeneus chryserythrus Lac. (Blkr.). Die Samoaner unterscheiden vier Familien, vete, moana, matulau und afulu, alles Mulliden; siehe auch ulaoa. Hilg. nennt: U. bifasciatus Lac., trifasciatus C. V., xanthospilurus Blkr., barberinus Lac. alaoa'ula ähnlich fugamea, sugalelupe.

alamü Pomacentrus Utoralis Kühl, (auch melanochir Bleek, und moluccensis Bleek, befand sich in meiner Sammlung). P. scolopsis Q. G. nennt Graeffe 4 a als giftig. Lebt in der Tiefe vor den Korallenriffen, gewöhnlich nur ca. 8 cm lang. Stuttg. Exempl. 1015 cm. Vergl. tu'u'u. alava eine Hai-Art.

ale eine Platyglossus- Art (Labride), Korallenfisch.

ali ein Pleuronectide, in zwei Arten gesammelt, ali sinadie weisse Bhomboidichthys ocellatus Ag.

und ali ulidie schwarze Rh. pantherinus Gtinth. aloama syn. i'a sina. Bd. I p. 408.

alogo nach Buch. Acanthurus lineatus L., den auch schon Sclnneltz nennt und Hilg. bestimmt hat, ein pone mit Streifen, arnoto syn. ta'oto auf Tutuila, ein kleiner Hai.

'ana'anälagi nach Pr. ein Süsswasserfisch.

anae die gemeine Meeräsche, Mugil seheli Forsk., in grossen Mengen in den Rifflagunen, wo sie mittels Netzen eigenartig gefangen werden, wobei die Eigenschaft massgebend ist, dass der Fisch sehr gerne aus dem Wasser springt, weshalb auch als anae oso in der Mythologie bekannt