Teil eines Werkes 
Bd. 2 (1903) Ethnographie
Entstehung
Seite
412
Einzelbild herunterladen
 

412

d) Krebse (pa'a, 'ula 1 ).

'ama'ama ein Taschenkrebs, getigert, mit haarigen Beinen. Der Krebs ist sehr beliebt als Zusatz zum Gerichte fai'ai. Nach Doflein Atya spinipes Newp. Meiner Erinnerung nach werden 'ama'ama auch die an den Mauern laufenden Grapsus-Avten genannt, z. B. der grosse Ortlio- grapsus longitarsis Dana (Dofl.).

alimago nach Pr. eine Krabbe Lupia, Familie Perlunida (vergl. pa'alimago).

'aeno nach Pr.eine Landkrabbe.

ataula die Soldatenkrebse, im Mangrovesumpf mit ihren grossen roten einseitigen Scheren. Nach Dofl. Uca cultrimana White; ferner U. gaimardi M. Edw. ( Uca jetzt statt Gelasimus mehr in Gebrauch.) Beim Nahen verschwinden diese Krebse rasch in ihre Löcher und ziehen mit der grossen Schere meist noch ein Blatt nach, mit dem sie die Öffnung verschliessen. Auch pa'apa'a genannt.

avi'i eine an einzelnen Stellen häufige, im Sande des Strandes lebende Krabbe; wenn sie angegriffen werden, begeben sie sich in Fechterposition, daher auchFechtkrabbe. Das Weibchen heisst angeblich ti'e (siehe Bd. I p. 414). i nach Pr. eine sehr giftige Krabbe.

'u'a nach Pr. eine Landkrabbe und ein Krebs.

üü der Kokosräuber, Birgus latro Le ach (siehe Bd. I p. 424). Soll an der Westküste von Savai'i um Falelima eine Grösse von 12 Fuss erreichen, tu'eifasa heisst eine jüngere Form, tu'e wenn die Flisse vom Leibe weggebrochen sind, was man auf den Marshallinseln allgemein tliut, damit sie nicht davonlaufen und gemästet werden können. Der fettähnliche Inhalt des feisten Schwanzes (ugani) gilt als Leckerbissen und schmeckt vortrefflich, uga die Paguriden im allgemeinen. Im besonderen sei hier Coenobita rugosus M. Edw. (Dofl.) ge­nannt. Siehe ugatai.

ugatai der Einsiedlerkrebs, Pagurus punclulatus Oliv. (Dofl.), in zahlreichen Arten und mit seinem nackten Hinterteil (masomaso oder sogo) in den verschiedensten Schneckengehäusen sich auf­haltend, die grösseren gerne in Doliiim peräix (pega), die kleineren gerne in den harten Schalen der A Jerita polita L. (gesprenkelt) und N. papuana Eecl. (schwarz). Er dient als Hauptköder, um Fische anzulocken; sehr verbreitet am Lande, oft über 100 m Höhe inlands gefunden. Gegessen, daher sina'aiugagrau vom uga Essen, Stair. Ein anderer Paguride ist nach Dofl. Coenobita rugosa M. Edw., siehe uga. Eine Art heisst nach Pr. ugamea, ein Schwarm nänä. ugatai und ugävai nach Pr. Süsswassermollusken.

'ula nennt man im allgemeinen die langschwänzigen Krebse, die Decapoda macrura, z. B. die Siiss- wassergarneelen (ulavai), während die Krabben oder Taschenkrebse, die I). brachyura, gewöhn­lich pa'a heissen. Im speciellen nennt man 'ula die Garneelen und unterscheidet die des Meeres als 'ulatai von den 'ulavai der Flüsse.

'ula 'ai faisua nach Dofl. Pontonia tridacnae Dana, die Tridacna fressend nach Angabe der Samoaner, aber nur Kommensalist.

'ula'ula nach Dofl. Anchistia spinigera Ortm.

'ula'ulafiti kleine Garneelen mit sehr grosser linker Schere Alpheus frontalis Say; auch A. laevis Daud, A. diadema Daud, A. gracilipes Stm., A. obesomanus (typicus) Daud, A. crinitus Dana, ferner Hippolyte marmorata 01. gehören hierher.

'ulafiti eine kleine Squilla- Art, bunt gefärbt; siehe valo.

'ulatai die Languste, nach Schmeltz Palinurus penicillatus Gray, recht gross auch ulasasau genannt.

Magenverstimmungen nach dem Genuss sind nicht selten.

'ulavai die Siisswassergarneelen, nach Dofl. wohl Palaemon curyrhynchus Ortm., vom Typus etwas abweichend, nach Schmeltz P. ornat-us 01. Erreicht eine recht ansehnliche Grösse, bis zu 20 cm, und ist allenthalben in den Gebirgsbächen vorhanden. Von Häuptlingen auch piliti benannt (Pr.). Der Fang, paluga'ula, siehe p. 185. Vom Salzwasser ist ein P. ruber Hess vorhanden.

faivae eine Garneele mit kleinem Körper und langen Beinen (Pr.), lu'ulu'u nach Pr. eine Krabbe (siehe auch Bd. I p. 423). mafafa nach Pr. eine Krabbe.

1 Pratt giebt ula an; aberula zweifellos nach polynesischer Etymologie richtiger.