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c) Muscheln und Schnecken (atigi, pule).
Vergl. als Litteratur v. Bülow op. 20 „Die Muscheln im Leben der Eingeborenen“. Die Belegstücke jener Arbeit sind von J. D. E. Schmeltz in Leiden bestimmt, an dessen bekannte Arbeit „Schnecken und Muscheln im Leben der Völker Indonesiens und Oceaniens“ hier erinnert sei. Die Stücke meiner Sammlung sind von Dr. Büchner neu bestimmt.
'ale Name eines Schalentieres (Pr.).
'ali'ao Schnecke, Trochus- Art, nämlich Polyodonta verrucosa Lk. Gegessen (Bd. I p. 423). Ihre Dreiecksform gab Veranlassung- zu dem Ornament fa'amuli'ali'ao (siehe p. 85). alili Schnecke, Turbo , zumeist canalicidatus Lk., auch crassus Wood.; nach Schmeltz auch argyro- stomus L. und margaritaceus L. Essbar (Bd. I p. 423), namentlich der Muskel (moälili) unter dem Verschlussdeckel (tupe) ist sehr geschätzt (p. 159). Wenn das Tier aber „nicht, gargekocht“ ('e'e) ist, geht es nicht heraus (Pr.). Die grossen Deckel der T. nmrmoratus L. habe ich auf Samoa nicht gesehen.
alili moana eine schön gefärbte Art Turbo petholatus L. nach Schmeltz und Büchner.
'asi Muschel, nach Büchner Area scapha Ch., ebenso nach Schmeltz. Dient hauptsächlich dazu, um den geschlagenen Bast zur Siapobereitung auf dem Brette auszuschaben (p. 301). Findet nach v. Bülow auch sonst reichlich Verwendung als Säge und zum Aushöhlen von Holz (p. 202). In abgebrauchtem Zustand aloä genannt (Pr.). Sie wird gegessen, asiasi die Pectoi-Arten, die „Kammmuscheln“.
'ata'ata mamala nach Pr. eine Molluske und ein Fisch (siehe diese), atigi die Schale gemeinhin.
'u'n Muschel, nach Schmeltz Modiola plumescens Dkr., nach v. Bülow häufig zum Schlitzen der Flechtfasern gebraucht, vergleiche Pinna (siehe fole). Nach Pr. giebt es Unterarten 'u'ufatu und 'u'umala.
ugätai nach Pr. eine Molluske des Meeres und ugävai des Süsswassers (siehe die Krebse), ulaulaatu nach Pr. ein stechendes Weichtier; könnte danach kaum etwas anderes als Conus sein. Siehe die Bemerkung 4 von Schmeltz auf p. 191 und v. Bülow No. 21, wonach diese „Pfeil- züngler“ oder „Giftschnecken“ einen Giftkanal führen und schwere Verletzungen an der Hand hervorzurufen vermögen. Auch Graeffe op. 4a erwähnte den gefährlichen Biss von Conus geographus und Nubecula tulipa. Vergl. valufau.
faisua die Tridacna-A useitel, besonders T. squamosa Lk. mit den abstehenden Schaufelrippen. Die Exemplare erreichen hier selten über einen Fuss Länge, im Gegensatz zu der T. gigas L. der Gilbert-und Marshallinseln, die über 3 Centner wiegen können; dann ta'afua genannt. Wohnung einer Fierasfer- Art von wurmförmiger Gestalt, welcher verschluckt, nach dem Glauben der Eingeborenen im Leib weiter wächst. Wenn man das Fleisch herausschneidet, bleibt viel Flüssigkeit in der Schale zurück (fai sua), die sehr gut ist. Das Fleisch der Muschel ist sehr beliebt als Speise und wird auch von einigen Fischen und Krebsen geliebt, die, wenn im Alter der Byssus ('au) verloren geht, durch den am Wirbel gelegenen Schalenausschnitt eindringen und nach Ansicht der Samoaner die Muschel ausfressen (siehe d. ula'aifaisua). Fang siehe p. 173.
fao Terebra subulata Lk. nach Schmeltz, auch von Büchner in meiner Sammlung festgestellt. Als Bohrer.verwendet. Auch eine T. raphanula Lk. kommt vor und T. dimidiata Lk. (p. 202) syn. tui. fatuaua Muschel, Spondylus avicularis, eine der besten Speisemuscheln. Bei v. Bülow wird Spondylus auch matatuai genannt (siehe p. 129 ad h). filotai nach Pr. eine Muschel, fe'e Octopus siehe b.
fole die Pinna-Muscheln (Schmeltz P. saccata L.?). Die messerartigen Schalen dienen in Samoa wie auch in den Gilbert- und Marshallinseln vorzüglich zum Schlitzen der Flechtfasern vom Pandanus- und Kokosblatte. Eine Pinna-Axt heisst nach v. Bülow op. 17 uu. fuiono Naidilus siehe b.
gau eine grüne Nacktschnecke, nach Büchner Dolabella Rumphii Gray (Cuv.). Sehr beliebt als Speise, namentlich die nussgrosse Leber (fua), die Geschlechtsdrüse, aber auch die zähe Aussenhaut (muli o le gau) p. 159. Ziemlich häufig auf den Riffen, gaupapa eine an den Felsen kriechende Art, wohl eine Jugendform der gau. Büchner fand auch im Material einige Pleurobranchiden und Tethyiden.
A. Krämer, Die Samoa-Inseln.
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