sang und Tanz, das Essen nicht zu vergessen, so lange bis es Zeit wird, zum Palolofang (täpalolo) zu fahren, an dem alles teilnimmt.
Von den Fanggeräten war schon p. 173 die Rede. Die Würmer selbst werden nach dem Fange entweder sofort roh gegessen oder eingekleidet und gedünstet. Bei reichen Fängen versäumen die Dorfbewohner nicht, ihren Verwandten und Freunden oft nach weit abgelegenen Plätzen solche Kleider als Essensgeschenke zu senden.
b) Niedere Tiere des Meeres (figota).
Unter figota 1 versteht man die niederen Tiere des Meeres, was sich ungefähr mit dem italienischen frutti di mare deckt, nur dass man auf Samoa auch Krebse und Muscheln hierher zu rechnen pflegt. Eigentlich gehören aber die Korallen nicht hierher, sicher wenigstens nicht die Riffbildner, die Madreporarier. Die Samoaner unterscheiden die Gorgoniden, die Hornkorallen, nach dem aoa-Baum aoalata und aoatai genannt, die weichen Lederkorallen ('ana), welche häufig in den Lagunen, z. B. heim Kap Mat au tu Vorkommen, ebenso wie die Milleporen, die von den Samoanern ihrer stechenden Eigenschaft halber pugaü genannt werden; ferner die buschigen Korallinenalgen, die Lithothamnion- Arten, die man wegen ihrer Ähnlichkeit mit einem buschigen Haupthaar - ma'ave nennt (vergl. 'ana). Im allgemeinen heisst man die Korallen 'amu, und zwar die roten Stylaster- Arten 'amu'ula, im besonderen aber alle tellerähnlichen Formen lapa, die Zweigkorallen feofeo und die kompakten Formen puga.
Pratt nennt noch papaga einen Korallengrund im See, papalaua'au felsiges Riff, pugapuga oder salani kleiner Korallengrus (vergl. 'ili'ili p. 238), im übrigen siehe die Worte p. 202.
Leider sind meine Sammlungen noch nicht bestimmt. Nach den Arbeiten von Dana (Zoophytes, Bd. 7 der U. S. Expl. Exp. p. 27) und Studer (Madreporarier von Samoa, Zool. Jahrb. Syst. Bd. 14. 1901) sind sie indessen genügend bekannt. Letzterer giebt folgende Steinkorallen als die Hauptvertreter auf Samoa (nach der Sammlung von Schauinsland) an:
Seriatopora hystrix Dana. Fungia dentata Dum.
— - haimci Dum.
Pavonia frondifera Lu.
— cactus Forsk.
— minor Brügge.
Pachyseris monlicidosa Verill.
subgen. Eumaärepor. Madrepora secunda Dana.
— gracilis Dana.
Madrepora austera Dana.
subgen. Polystachys. Madrepora rosacca Esp.
— armata Brook.
— arcuata Brook. conferta Quelcli. subgen. Pylopora.
— samoeiisis Brook. Montipora fungiformis Bern.
lobidata- Bern.
Pontes dccipiens Brügge. Synaraea danae M. Edw. Millepora alcicornis L.
— dichotoma Forsk.
— tortuosa Dana.
— forskali M. Edw. et Haime.
— platyphylla Ehrbg.
■— complanata Hicks.
Stylaster sanguineus Val.
Dana aber gab ferner an:
Madrepora globiccps Dana.
— cytherca Dana (spicifera). ■— acuminata Dana.
— hystrix Dana.
Madrepora plantayinca Dana. Montipora verrucosa Dana. Pavonia lata Dana. Pachyseris rugosa Dana.
Halomitra pileus Dana. Coeloria forslealaena Esperi var. Vaedalca.
Leptoria phrygia Dana.
Weltner bestimmte ferner von meiner Sammlung eine Lederkoralle als Alcyonium (siehe'ana) und eine schalenförmige, nicht festsitzende, bei Matautu auf Savai'i vorkommende als Lithactinia.
Hierzu ist zu bemerken, dass auf dem Riffrand meist nur die gedrungenen Formen der Madrepora ylohiceps- Form (Bild 144) Vorkommen, und darunter, unter der Brandung, alsbald die Plattenkorallen der M. cytherea- Form und die ästig verzweigten der M. acuniinata-Povm, wie auf dem Bilde in „Bau der Korallenriffe“ p. 65 schön zu sehen, wo sie an der stillen Leekante bis an die Oberfläche reichen. Die verzweigte Form trifft man sehr häufig auch in den Rifflagunen an den tieferen Stellen, oft in ganzen Rasen. Daneben die cigarrenständerähnliche Pavonia lata, die aschbecherförmige Lithactinia u. s. w. Am Fuss der Riffe, aber seewärts, sieht man die ganze Korallenpracht ausgebreitet; meterbreite Teller wechseln hier ab mit ungeheuren Porres-Blöcken und dem ganzen bunten Heer der Korallenpolypen, die man so schön farbig in Saville Kent’s grossem Werk über das australische Barrierenriff 2 , in Häckel’s „Arabische Korallen“ und in Dana’s Coral and Coral Islands abgebildet
1 fagota das Fischen, siehe oben p. 169.
2 The Great Barrier Keef of Australia, its products and potentialities. London 1893.