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Es verdient betreffs der Temperatur das Folgende Beachtung: Wellte ein ablandiger südwestlicher Wind 1 in der Morgenfrühe (7 h a. m.), so pflegte regelmässig die Temperatur um 3—4° C. niedriger zu sein, als wenn ein südöstlicher oder östlicher Wind um dieselbe Zeit bläst. Südliche Winde sind stets feuchter (85—99 °/o) als östliche und nördliche (70—85 %). Das grösste Minimum kommt bei ablandigen Morgenwinden stets während der Trockenzeit, meist im Juli, vor und beträgt ca. 19° C. zu Apia 2 3 . Das grösste Maximum dagegen fällt 6 Monate früher in den Januar oder Februar auf die Mittagszeit (2 h p. m.) und betrug im Jahre 1892 z. B. 31,8° C. Solch eine Höhe ist aber für Samoa glücklicherweise eine seltene Ausnahme, indem der Celsiusthermometer selten über 30° steigt, während dies auf den Atollen unter der Linie die Regel ist. Besonders die Messungen von 1893 zeigen, welch eine angenehme Temperatur auf Samoa fast das ganze Jahr über herrschen kann. Findet sich doch eine Mittagstemperatur von 26,1° C. im August desselben Jahres vermerkt, gewiss ein seltener Fall in tropischen Gebieten.
Andererseits zeigen die Messungen der Niederschläge recht erhebliche Zahlen. Kommen doch 70 mm an einem Tag gar nicht so selten vor, und an einem Tag des Januar 1892 finden sich sogar 86 mm vermerkt. Dass unter solchen Umständen alles ins Kraut schiesst, ist nicht zu verwundern. Andererseits zeigen die je 50 mm im ganzen Monat April und Mai 1893, dass auch schönes trockenes Wetter vorherrschen kann, welches freilich zeitweilen zu Dürren führt, wie oben p. 112 erwähnt 8 . Über alle näheren Daten, auch betreffs Barometerstände, Luftfeuchtigkeit, Bewölkung u. s. w. verweise ich auf die Messungen Funk’s, deren Veröffentlichung leider erst bis zum Jahre 1895 vorgeschritten ist.
Durch die Expeditionen von d’Urville und namentlich Wilkes wurden die ersten Vertreter der Pflanzenwelt von Samoa bekannt. Späterhin waren es die Missionare, die viel zur weiteren Erschliessung beitrugen, wie bei Pratt zu ersehen, dann sammelte Graeffe, Betlike von Sydney und endlich Franz Reinecke 6 aus Breslau während eines zweijährigen Aufenthalts auf Samoa 1893 bis 1895. Seine Arbeit weist nach meiner Zählung 567 Genera auf, und 1224 Species, worunter 142 neue, Reinecke fand Bearbeiter seiner Sammlungen in Schmidle (Süsswasseralgen), Reinbold (Meeresalgen), Hennings (Schwämme), J. Müller-Arg (Flechten), Stephani (Lebermoose), C. Müller
1 Betreffs der Winde siehe oben p. 112.
2 Inlands auf den Bergen sind natürlich die Temperaturen viel niedriger, weshalb die Weissen neuerdings zur Erholung zum 700 m hohenLanuto r o wandern. Dort sind Frühtemperaturen von 13—17° C. keine Seltenheit, und Reinecke mass einmal in 1200 m Höhe 13° C. (op. 8 p. 250) und mittags in 1600 m Höhe 17° C.
3 Vergl. auch Bd. I p. 43.
4 Vergl. se'eti. (Fischerei b. 2.)
6 Auch als Schimpfwort gebraucht.
0 Siehe die Schwierigkeiten bei solchen Arbeiten und nützliche Ratschläge in op. 2.
Worte nach Pratt. (Vergl. über Winde Bd. I p. 464.)
ana Höhle, ano Krater.
'ano'ano Bimsstein.
asifa Sandsteinlage unter dem Boden.
'ele'ele Erde.
'ili'ili kleine Steine.
omea Thon.
oneone Sand.
oneuli 4 schwarzer Sand.
onega Sand, in dem sich ein Fluss
fota Schwemmland, foganu'u Nachtbrise vom Meer her. lanlata Ebene an einer Bergllanke. lafalafa Bergebene, lano See.
lepa stagnierendes Wasser.
ma'a'ano'ano durchlöcherter Stein.
manunu Schlackenland.
naumati wasserlos.
nu'utumotu
nu'utuloto
nu'ututai
pala Schlamm.
palapu ablandiger Wind.
papa Fels.
papa'ele erdiger Fels, papa'i'ila glatter Fels.
papaofo Fels über Wasser reichend, pugaone Sandstein.
sasao Feuer ausbrechen aus Vulkanen, silagataifale nach Wetter aussehen. silamatagi Wind zu erwarten.
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toeolemü 5 Überbleibsel bei einer
sualua I , , . , ,, r
, . 1 brackisches Wasser.
brackisches V'asser.
verliert.
onepata rauher grober Sand, ua, timu Regen, uatoto roter Regen, fa'avaotula baumlos wegen frischem
Eruption, vailepa der See. vaiga Wasserpfütze, vailogona Wasserloch durch Regen
gespeist.
velovelo , matautu, vorspringendes
Land.
Lavabett.
fogä'ele'ele Erdoberfläche.
b) Botanisches.