Teil eines Werkes 
Bd. 2 (1903) Ethnographie
Entstehung
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den täglichen Menschentribut (aso) für die kannibalischen Grosshäuptlinge zu liefern, je nach dein Grade der Niederlage und dem Rachedurst. Grössere Greuelthaten als die schon erwähnten, welche die Manonoleute im Jahre 1830 an der Aana-Bevölkerung ausübten und welche Stair p. 250256 so ergreifend geschildert hat, dürften kaum je vorgekommen sein! Ein Glück, dass sie nun der Ge­schichte angehören!

War aber der Friede, ola le taua, einmal wiedereingekehrt, so ging alles daran, möglichst rasch die Spuren des Kriegs wieder auszumerzen. Die verbrannten Häuser wurden neu erbaut, neue Pflanzungen wurden angelegt, so dass schon bald die äusseren Wahrzeichen schwanden. Aber inner­lich gärte und kochte es weiter, und die erste beste Gelegenheit entfachte die Leidenschaften aufs neue, die nur durch grosse Machtentfaltung niedergehalten werden konnten. Denn Rache und Ent­gelt, taui ma sui, herrschte liier nicht minder als die Blutrache im übrigen Pacific.

Worte nach Pratt, die sich auf den Krieg beziehen.

äu'au Besichtigung der Truppen vor dem Gefecht, au'upega Waffen.

aula'aua getötet, geköpft und Kopf weggetragen.

aulia im Krieg genommen, tot oder lebendig.

'aumalaia Truppen, die in Streit geraten.

'aumanuia Truppen immer glücklich und siegreich.

'aunofo Truppen in Reserve.

'aupä Wall.

'auta'i zum Gefecht geführt.

'afo schwer verwundet, apoapo den Speer vergiften, asovaletaua blutiger Schlachttag. 'ata gefürchteter Heros, atoaga Geschenke für Befreiung aus Gefahr oder um einen Ge­fangenen loszukaufen.

'e'ele die Fiisse beim Fechten fest auf den Boden drücken.

'elisopo alles töten, ausrotten.

ifoga Demütigung.

igoapö Losungswort.

ili Trompete blasen.

itutaua Kriegspartei.

oto Geschrei vor dem Gefecht.

olaletaua Friede.

'olo Fort, ü Pfeil.

uäfana Pfeilschauer, fa'aifo den Feind angreifen, fa'ala'ei'au ein Bote, Truppen zum Krieg herausrufend, fa'alalano tiefes ifoga. fa'asasau die Trompete blasen, fa'aso'i ein Bote, der verschiedene Truppen bewegen soll, sich zu vereinigen.

fa'atagataotaua Gefangene machen, fa'atulitulia in Hinterhalt locken.

faö neutral.

fanavale vorbeiscliiessen. fanaü (aufana) Bogen, foa Muscheltrompete (Cassis). fouvale Rebell.

fogase'i Haarknoten, der sich im Gefecht nicht auflösen kann, fua Speer vergiften, fu'a Bogensehne, fuafua mit dem Speer zielen, fuata der Speerhandgriff, laau Kopf abschneiden, lagalaga'au kleine Schar auf klärend, lamataga Hinterhalt, malö Sieger, mata'aga Wachturm, matagi'olo Bastionen vor dem Fort, matamoe Nachtposten, mua'au Vorhut, muä'olo Stirne des Fort, nofoätau Kriegsstuhl, palo Niederlage, auch im Spiel, pu, pumala Kriegstrompete, silifa'i umgehen, um in die Flanke zu kommen, solovl Siegesgeschrei, suitagavai Signale im Kriege aus­wechseln.

sumu einer, der ins feindliche Lager geht, um jemand zu töten, ta'afiliflli einen Toten zerstückeln, ta'i'au Führer einer Truppe, ta'imua Führer der Vorhut, taufano fechten und vorwärts rennen, taupö Nachtangriff, tauvaelua eine Person, die mit beiden Parteien verwandt ist und frei hin und her passieren kann, tafä Schlachtfeld, tagataotaua Gefangene, tagataga ein Netz für Trompeten oder Wasserflaschen, tagavai Kriegsemblem.

tagogätaua Truppen suchen, talitä Keule zum Speer abweliren. tätao Stock zum Niederschlagen, talouli ein Stück Taro an den Speer gesteckt, als Zeichen, dass man jemand töten will, tanafa Trommel schlagen (talua). tatau Duell, tinaa'au Hauptmacht, tinifu Nichtkombattanten, tomatau zum Heroismus anfeuern, tomata'aga gut aussehend, aber nichts wert.

tuiä Zaun von Kokosstämmen, tu'u'au Truppen entlassen, tu'ugätau Fort zum Rückzug bei Niederlage.

tu'umavaega Befehl missachten, tulimuli'au die Nachhut treiben, tutia abgeschnitten von einer Truppe, va'aotaua Kriegssprache, vaesala der Erste im Kampf, vagaia belagert, vasevase Speer vergiften, vatau im Kriege sein mit. velo Speer oder Pfeil werfen, vete Beute, vevesi in Unordnung.

Worte für Feigling:

aleale.

ate'ai.

atelalamu.

atesü.

'aiate.

'ailauulu.

aualele.

lomu.

manavamili.

matape.

tuamati'e.

tusiileniulefua.

d) Dichtkunst und Lieder.

Wie aus den Liedern im ersten Bande, insbesondere aus den Manu'a-Gesängen erhellt, ist die Dichtkunst der Samoaner (fatu das Dichten, fatupese der Liederdichter) keineswegs gering anzuschlagen. Zwar sind Misse und Mass der Verse durchaus nicht einheitlich, indem willkürlich Trochäen und