Teil eines Werkes 
Bd. 2 (1903) Ethnographie
Entstehung
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314
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Bild 126. Samoanischer Mädchensitztanz. (Beide Arme nach rechts von innen nach oben gedreht.)

Abschnitt VIII.

Lustbarkeiten und Krieg.

a) Tanz (sa'a) und Musik (fati).

Während in den vorhergehenden Abschnitten die Beeinflussung durch Tonga und Fidji oft nur allzu deutlich war, haben die Samoaner ihre Tänze und Gesänge so eigenartig ausgebildet, dass sie ihren Nachbarvölkern hierin als Vorbild dienten, ohne indessen erreicht zu werden. Es ist bezeichnend, dass Mariner die zahlreichen Tänze der Tonganer, die Cook (3. Reise) in so ausgezeichneter Weise ge­schildert hat, bis auf einige wenige von Samoa eingeführt nennt und dass er angiebt (Kap. XXIV), dass auch die Lieder nahezu alle in der samoanisclien Sprache gesungen wurden. Dass aber Samoa hierin auch nicht von Fidji beeinflusst sein kann, bedarf kaum der Betonung, denn wenn auch die Industrie der Melanesier weit über der der Polynesier stellt, so stehen doch jene im Geistesleben und gesellschaft­lichen Verkehr weit hinter diesen zurück. Besonders die Sitztänze aber sind es, welche auf Samoa ihre höchste Vollendung erreicht haben, und es dürfte kein Volk auf der Eide geben, welches sie gerade hierin an Anmut der Bewegungen und Grazie überträfe. So betont Mariner I. p. 179, welcher die Samoaner anlässlich einer Hochzeit auf Tonga neben den Tonganern tanzen zu sehen Gelegenheit hatte, dass der Tanz der letzteren zwar lebhafter sei, dass aber die Tänze der Samoaner sich viel mehr durch graziöse Bewegungen auszeichneten. Und die Grazie, die Harmonie neben dem Mass vor allem der Hand- und Armbewegungen ist eine der vorzüglichsten Eigenschaften der Dorfjungfern, von deren Erziehung in dieser Hinsicht schon oben und im ersten Bande die Rede war. Es muss eigen-