Teil eines Werkes 
Bd. 2 (1903) Ethnographie
Entstehung
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fau 'ua vali i vali. Ona tosi lea ma la- Bast und färbt ihn mit Farbe. Dann schlitzt man ihn laga a'i titifau, e fai a'i fo'i ili ma teu ma und flechtet davon Lendengürtel, macht auch davon fngala'an. Fächer und Blmnensträusse und Blumen.

Nach v. Bülow, op. 17 a, werden die modernen Hüte u. s. w. auch aus den Stengelfasern der Tacca pinnatißda, der Stärkepflanze masoä, gefertigt.

c) Flechtarbeiten.

Eben wurde schon des Flechtens der Blättergürtel gedacht. Im ganzen nehmen aber unter den Flechtarbeiten die Matten die erste Stelle ein, von denen man zwei Klassen unterscheiden kann, die für den Hausgebrauch, fala genannt, und die Kleidmatten, 'ie. '

Es verdient der Erwähnung, dass- Turner p. 123 erzählt, dass die Samoaner nach der Sage ,

in der Urzeit keine Matten kannten, sondern auf getrocknetem Gras schliefen, wie er es ähnlich auch von den Häusern erzählte. Ein Fidjihäuptling Namens Fulualelä sei nämlich nach Samoa gekommen, um für seine Tochter einen Mann zu suchen. Als er aber die Samoaner in einem solchen Zustande fand, ging er erst wieder nach Fidji, holte feine Matten, Kindenstoffe und feines Öl, die er als Braut- gäbe den Samoanern schenkte nebst den Pflanzen hierzu, dem Papiermaulbeerbaum und dem 'Pandanus. ||

So lernten die Samoaner diese Sachen kennen. Wenn dies auch natürlich nicht in vollem Umfang r

Geltung haben kann, so liegt doch auch hier ein wahrer Kern in der Geschichte, namentlich betreffs des Rindenstoffes und der feinen Matten, wie weiter unten ausgeführt wird; vielleicht darf man indessen einen verfeinernden Einfluss auch für die gewöhnlichen Matten darin vermuten. Denn man muss doch annehmen, dass die Kunst des Flechtens allen Völkern, selbst den primitivsten, seit denkbar langer Zeit bekannt war, um so mehr einem so hochstehenden Volke wie die Samoaner. ; j

Das Material, aus welchem nun die falamoe-Schlafmatten hergestellt werden, ist das .(

sonnengetrocknete und gebrochene Blatt des Pandanits (fala *), woher sie auch ihren Namen bekommen haben. Man unterscheidet hauptsächlich zwei Arten, die grobgeflochtene Art, die grobe Schlafmattc, wo jedes Quadrat 23 cm Seite hat, die papalaufala (syn. falatoga, papatetele Pratt), und die feinen Schlafmatten falalili'i (auch papalili'i Pratt), die bedeutend enger geflochten sind. Beide Matten nebeneinander zeigt das Bild 42 p. 128. Es ist natürlich, dass man auf einer fein geflochtenen Matte besser schläft, da von dieser sich nicht so leicht die Muster auf dem Leib abdriicken (aläfalä Pratt); deshalb sind die groben auch mehr Sitzmatten.

Das Flechten (lalaga) guter Schlafmatten gilt als eine besondere Kunst, die nicht alle verstehen, und namentlich die eng- und dichtgeflochtenen (maopoopo, matalili'i Pratt) waren daher von den Häuptlingen gesucht. Ausserdem wären hier noch die schon beim Hausbau p. 239 erwähnten rohen Matten aus zwei halben Kokoswedeln zu nennen, die eigentlichen dauerhaften Bodenmatten, tapa'au 1 2 genannt, während die aus vier halben gefertigten etwas besseren nach Pratt tapa'auvai oder polavai heissen; ferner die Jalousien des Hauses, die pola, aus selbem Material. Ganz gemeine Matten aus Kokoswedeln, tofua oder polani genannt (Pratt), stellt man auch her um Gegenstände damit einzuwickeln oder Kanoes u. s. w. gegen den Regen zu schützen, wie eine doppelt geflochtene Matte polapola (Pratt) dazu dient, das Essen für die Häuptlinge vor dieselben zu schleppen; die etwas besser geflochtenen Essmatten, laulau, wurden gleichfalls schon erwähnt (p. 132).

Aus demselben Material, aus Pandanus und Kokosfiedern, fertigt man auch noch die Fächer (ili) und die Körbe ('ato) an, welche ich deshalb auch am besten gleich mit hier abhandle.

Die Fächer (ili), deren Grundform die des Herzens ist, oft auch mehr einer Pfeilspitze oder einem Taroblatt ähnlich, zeigt Bild 115 und 116. Oben rechts sieht man auf Bild 115 einen undurch­brochenen. wie er zumeist im Gebrauch ist, der Grund an einem Holzstiel sitzend und mit Menschen-, neuerdings Pferdeschweifhaaren oder Kokosbindfaden an diesen festgebunden. Die übrigen drei auf demselben Bilde zeigen mehr oder weniger durchbrochene Formen, eine Form, die besonders schön auf dem Bilde 113 zur Geltung kommt, wo die Rippenstrahlen in einem Stiel zusammengeschlungen sind. Auf diesem Fächer tritt auch das beliebte fa'asigano-Ornament wieder in Erscheinung. Eine

1 Siehe Pfianzenverzeichnis. Man unterscheidet eine feinere, schmälere Blätterform (fala) und eine gröbere, breite (paogo), daher auch eine ganz grobe Matte papalaupaogo (Friedländer p. 46) heisst.

2 Pratt nennt eine Art tapa'ausafoe.