Bild 56*. Ein Abihisskanal (avaava) am Aussenrift (Westriff) zu Apia.
Abschnitt V.
Fischerei.
a) Die Herkunft des Fischfangs.
Wie Pili den Samoanern das Taropflanzen und Kochen gelehrt hat, so lehrte er sie auch das Fischen, namentlich mit dem Netze (siehe Stuebel p. 70). Als er nämlich die Tochter des Tuiaana geheiratet hatte und er seine Taropflanzung in Aaua bearbeitete, sagte eines Tages der Tuiaana zu seiner Tochter: Ich habe den ewigen Taro satt, kann denn Pili nicht fischen? Die Frau berichtete dies ihrem Manne, welcher alsbald eine Unzahl Boote verlangte und dann sein Netz zwischen dem Rift- einlass, dem Avaitutu bei Iva aufSavai'i und dem Riffeinlass von Magia in Aana ausspannte. Der Sack (muli) war dann auch bald so voll, dass die Boote alle überfüllt waren und der Rest wieder ins Meer geschüttet werden musste. Daher das Sprichwort: 'Ua sa'a i le tai le 'upega o Pili! „Das Netz des Pili ins Meer ausschütten“ (d. h. dargebotene Wohlthaten zurückweisen) oder: 'Ua tu'utasi le 'upega o Pili. „Der einzige Fischzug des Pili“ (d. h. auf einmal grosse Wohlthaten für lange Zeit erhalten). Wie aber Pili die ersten Pflanzungskenntnisse durch seine göttliche Abstammung in Manu'a erhielt, so lernte er das Fischen sehr wahrscheinlich von der Dämonin Sasa'umani, deren Solm Pule- le'i'ite dem Pili seine Frau abnahm (siehe Bd. I p. 108 u. 438). Die Schwester der Sasa'umani, die Sinäsa'umani, war nämlich von Tagaloaaui mit einem Netz gefangen worden und so fing auch Sasa'umani alles, dessen sie habhaft werden konnte. Sie war die grosse Fischerin der alten Zeit und die Freundin des Fe'e (siehe Bd. I p. 369), des Octopus, welcher am Utumanu'a-Kap von Taü hauste.