Teil eines Werkes 
Bd. 2 (1903) Ethnographie
Entstehung
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fogifogi Nasenmundrinne, fu die weibliche Scham, fuamanava, fuamiti Hoden, ga'au Eingeweide.

ga auia olo j gutu Mund.

gutufiloa vorstellender Mund.

gutumo'o kleiner Mund.

gutusega bartlos

lauulu Kopfhaar.

laugutu Lippe.

laumata Augenlid.

laufü Schamlippen.

lautaliga Ohrläppchen.

lalovasalaso Scrotum.

lavega frenulum penis.

lima Hand.

limamatna Daumen.

limatnsi Zeigfinger.

loaloavale Mittelfinger

limaleigoa Ringfinger.

limatama Kleinfinger.

magamaga lima, -vae die Zwisclien-

>a'autu I

Zehen.

malifalifa, maniginigi Schläfe.

räume zwischen den Fingern und tapulima Handgelenk.

manava Bauch, atmen, manuta'ele Bauch unter dem Nabel, mata Auge, tio scharf, nevenene Mons veneris. no'o Hüfte.

pou o le isu Nasenseptum, pogaiisu Nasenflügel, ponaata Adamsapfel, ponaivi Gelenk, ponaponavae Knöchel, pu anus, Vagina, pu'a Iris, puta Magen, pute Nabel, si'ugutu Mundwinkel, siumata Augenwinkel, suilapalapa die Hanken, susu Brust, susututü steif.

tapuvae Fussgelenk. tasele Damm.

tainifo Zahnfleisch, tau'au Schulter, taliga Ohr.

tamatama'imata Pupille.

menemene klein, popona knospend.

tegategavae Schenkel, tegalima Oberarm, tetea Albino, toto Blut.

totouli venöses Blut.

totomä rotes Blut.

tuäua Nacken.

tuasivi Rückgrat.

tuasivivae Schienbein.

tu'eilima die Knöchel der Hand.

tn'igamata Gesicht unter den Augen.

tuimanu Augenzahn.

tufugalima Unterarm.

tuli Knie, taub.

tuliau sehr taub.

tuliaulamu Unterkieferwinkel.

tuli'auvae Kinnende.

tuliulu Kopfseite.

tulifuaimoa Kniescheibe.

tulimanava Bauchseite.

vae Fuss.

vaetitipi scharfe Schienbeine, vaematua die grosse Zehe, vaesapi Klumpfuss. väitau'au Zwischenschultergegend, väivae Damm.

c) Niederkunft und Wochenbett.

Da Brautwerbung und Hoclizeit schon im ersten Bande (II. d), weil notwendig für das Ver­ständnis der Stammbäume, abgehandelt sind und da das dort Gesagte hinreichend sein dürfte, um sich ein Bild von diesem Teile des socialen samoanisclien Lebens bilden zu können, so erübrigt liier nur noch, die Folgen der Gemeinschaft der Geschlechter näher zu betrachten. Ich beginne diesen Teil mit der Schwangerschaft.

Wenn die Verheiratete schwanger wird, d. h. wenn zum erstenmal die Regel ('ele'ele) aus­bleibt, findet ein kleines Fest, afua genannt (Pratt), statt. In Bd. I p. 38 wurde schon erwähnt, dass die Frau spätestens im 8.9. Monate ihrer Schwangerschaft ins Elternhaus überzusiedeln pflegt, wo sie die Niederkunft erwartet. Dies ist die samoanische Sitte. Bleibt die Ehefrau aber doch aus irgend­welchen zwingenden Gründen im Hause ihres Mannes, so pflegen sich doch immer wenigstens einige ihrer nächsten weiblichen Anverwandten einzustellen, um ihr in der Stunde der Not beizustehen. An selber obiger Stelle wurden auch schon die Essensgeschenke erwähnt, welche von der Familie des Mannes derjenigen der Frau während der Schwangerschaftszeit dargebracht werden 1 . Den Höhepunkt der Festlichkeiten bildete natürlich die erfolgte Geburt eines lebenden Kindes. Neben den Schmau­sereien und Lustbarkeiten wurden aber auch um diese Zeit (vor allem vor der Niederkunft) dem Haus­gotte, dem Schirmherrn der Familie, zahlreiche Opfer gebracht, oder wenigstens Versprechungen ge­macht, wie Turner p. 78 seines Buches erwähnt.Moso, sei gnädig, lass meine Tochter am Leben! habe Mitleid mit uns; erhalte meine Tochter, und wir wollen dir als Entgelt irgend einen deiner Wünsche erfüllen! So rief wohl ein besorgter Vater aus. Selbstverständlich wussten auch hierbei die Priester sich ein gut Teil der Beute zu sichern; waren es doch oft genug recht wertvolle Gegenstände, als Boote, feine Matten, ja ganze Häuser, welche die angsterfüllten Eltern dem Gotte versprachen. Ge­wöhnlich wurde nur der Familiengott des Vaters angerufen, bei schwerer Geburt aber auch noch der der mütterlichen Familie; derjenige indessen, bei dessen Anrufung die Geburt glücklich vollendet wurde, erhielt nicht nur die meisten Geschenke, sondern blieb auch der Schutzgott des Neugeborenen. Während der ersten Lebensjahre erhielt es gewöhnlich auch den Namen seines Schutzpatrons, um ihn dann später je nach Zeit und Zufall mit zahlreichen andern Gelegenheitsnamen zu vergleichen, womit der Familienname aber nichts zu tliun hat. (Siehe darüber I. Bd. II. d. p. 31 und äiga p. 476.)

1 fa'amaumanava Geschenke an die Familie der Frau heim Nahen der Gehurt, molaga Geschenke um jene Zeit (Pratt).