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Bilder aus den deutschen Kolonien : Lesestücke / gesammelt u. bearb. i.A. der Deutschen Kolonialgesellschaft
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und Unflat. Nach Ansicht der Kanaken wird sie ein böser Geist, der den Lebenden zu schaden sucht und ihnen allerlei Streiche spielt.

Das sind die trostlosen, rohen Anschauungen der Eingeborenen über das Jenseits. Das Paradies besteht nur für die Häuptlinge und Reichen. Nicht der Tugend, sondern ausschließlich dem Gelde steht es offen. Wie groß die Schurkereien und Schandtaten eines Menschen auch seien, wieviel Blut au seinem Muschelgelde auch klebe, er besitzt es, und das ist der Schlüssel des Paradieses. Er gelangt zum ungestörten Genusse der Freuden, denen er auf dieser Welt frönte. Der Arme dagegen bleibt diesseits und jenseits ein enterbtes Wesen. Er vermag seinem unglücklichen Verhängnisse nicht zu entgehen. Sein trauriges Los verfolgt ihn jenseits des Grabes und läßt ihn nicht zur Ruhe und Glückseligkeit kommen. Wie die Tiere lebt er im Walde. Seufzend und jammernd zieht er des Nachts durch die Gehöfte und sucht sich zu rächen, indem er die Lebenden erschreckt oder ihnen Böses zufügt. Aus Mitleid und Angst setzen ihm seine Verwandten und Bekannten gutes Essen hin, damit er sich daran labe und versöhnlicher ge­stimmt werde. Die umherirrende Seele gelangt aber zur Ruhe, wenn sich jemand ihrer erbarmt, ihr zu Ehren ein Totenfest veranstaltet und Muschel­geld austeilt. Dann darf sie wieder zur Insel der Seligen wandern, wo ihr Einlaß gewährt wird.

Diese Anschauungen vom Jenseits üben einen verderblichen Einfluß auf das moralische Leben der Eingeborenen aus. Sie hängen an ihrem Muschelgelde mehr als an ihrem eigenen Leben und geben sich die größte Mühe, ihren Schatz zu vermehren. Kein Mittel ist ihnen unerlaubt, wenn es zur Vermehrung des Muschelgeldes beiträgt. Da gute und böse Hand­lungen in der anderen Welt weder belohnt noch bestraft werden, so sehen die Kanaken nicht ein, warum sie das Gute tun und das Böse meiden sollen. Alles ist ihnen erlaubt, wenn es ohne Gefahr, von einem Stärkeren bestraft zu werden, geschehen kann. Nur der Reichtum wird belohnt, und die Armut wird bestraft. Auf diesem Wege sind die Kanaken dahin ge­kommen, daß bei ihnen die Begriffe von Gut und Böse vollständig in Ver­wirrung geraten sind und sie mit ruhigem Gewissen die größten Verbrechen begehen.

Es wird vieler Arbeit bedürfen, dieses Heidenvolk zu bekehren und ihm wahren Frieden zu bringen.

Aus Kleintitschen: Die Küstenbewohner der Gazelle-Halbinsel.

12. Das licinö kaining.

Der Brennpunkt des Verkehrs und Handels der Bismarck-Jnseln liegt an der Blanchebucht. Hier befinden sich der Hauptsitz der Verwaltung und der Hafen, von wo aus nicht nur mit jedem Jahr der Schiffsverkehr und der Handel sich lebhafter gestalten, sondern wo auch zurzeit bereits gewaltige Strecken Landes gerodet und mehrere Tausend Hektar mit Kokospalmen und anderen Kulturpflanzen bebaut sind.

Wenden wir nun unseren Blick nach Nordwest, so erhebt sich vor uns in unbeschreiblicher Pracht das Gebirgsland Baining. Unter diesem Namen