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Bilder aus den deutschen Kolonien : Lesestücke / gesammelt u. bearb. i.A. der Deutschen Kolonialgesellschaft
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seine Bergdörfer, in und mit denen es das ausschließliche Recht des Tausch­verkehrs hat. Jede Übertretung dieses Vorrechts würde Feindseligkeiten und blutige Fehden hervorrufen, und nicht zum geringsten Teil darauf ist es zurückzuführen, wenn Eingeborene sich weigern, einen Reisenden über einen gewissen Bezirk hinaus zu begleiten. Ja, es hat nicht einmal jeder einzelne Mann eines Dorfes das Recht, mit jedem beliebigen Manne des betreffenden befreundeten Bergdorfes Handel zu treiben, sondern jede Familie hat ihre ganz besonderen Handelsfreunde, mit denen nur sie in Verbindung steht, und deren Gastrecht während der Marktzeit sie genießt. Denn die Märkte dauern oft tagelang und sind mit großen Festlichkeiten, Schmausereien und Tänzen verbunden. Diese Handelsfreunde nennt der Tamo mit einem besonderen Namen, wie er denn überhaupt die verschiedenen Freundschaften scharf aus- einanderhält.

Die Marktorte und -Tage sind von altersher genau festgesetzt, und man richtet sich dabei nach dem Mondwechsel. Wenn Märkte außer der Reihe stattfinden sollen oder auf weite Entfernung hin, so teilt man dies dem be­treffenden Dorfe schon Wochen vorher durch Boten undBriefe" mit. Diese Briefe bestehen aus einem eigentümlichen Gestecht aus Blättern, an deren Zahl und Beschaffenheit die Empfänger den Zeitpunkt des Marktes erkennen.

Die Märkte finden entweder im Dorfe selbst oder in der Nähe desselben auf einem freien Platze statt. Wenn ein solcher Markttag herannaht, so entsteht große Aufregung unter den Leutchen. Alles Mögliche wird hervor- gesucht und zurechtgelegt, was man verwerten zu können hofft. Falls die Reise, wie sehr häufig, über See geht, werden die Boote nachgesehen, aus­gebessert und seetüchtig gemacht, Nahrungsvorrat aufgehäuft; denn die Reise dauert oftmals lange. Den Tag vor der Abreise bringt man damit zu, sich gehörig zu schmücken, zu salben und freundlich zu bemalen, die Wollperücke ordentlich aufzuzausen und zu frisieren. Denn der Tamo ist neben seiner Eitelkeit auch ein wohlverständiger Mann, der mit seiner Erscheinung in dem fremden Marktdorf Ehre einlegen und Bewunderung hervorrufen will. Sein Gesicht durchmustert er vermittels eines kleinen, von den Europäern eingetauschten Spiegelchens nach etwa vorhandenen Unreinigkeiten oder über- sehenen Haaren und besichtigt genau die Bemalung! Kurz, aus allem geht hervor, daß die Märkte einer der wichtigsten und ältesten Ecksteine in dem Gesellschaftsleben der Papuas bilden, genau durch Gesetze und Übereinkünfte geregelt, die fast an Handelsverträge europäischer Staaten erinnern.

Nach Hagen,Unter den Papuas".

b. Kinderspiels.

Wenn auch der Knabe in die Männerschar aufgenommen ist, so bleibt er doch noch lange Kind und hat seine Freude an kindlichen Vergnügungen und Spielen. Es gibt deren eine ganze Anzahl. Eines der beliebtesten für Knaben ist Pfeilschießen und Speerwerfen. Öfters, wenn keine dringenden Feldarbeiten vorliegen, versammeln sich die Knaben im Alter bis zu zehn Jahren am Strande, wo ein Stück Holz aufgerichtet wird, auf das Pfeile zu schießen, sie sich unter Anleitung eines Erwachsenen üben.