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Es ist bekannt, wie am Abend des Weiten Tages von Schwarzen aufgestautes Regenwasser gesunden wurde. Herrliche Szenen von Pflichttreue spielten sich ab, als die ersten Wassersäcke wieder in die Schützenlinien kamen. — Am dritten Tage, dem 4. Januar, gelang uns der Sturm mit der letzten Kraft. Die Wasserstelle war unser. Nun konnten auch die armen Pferde getränkt werden. Schrecklich war es gewesen, wie die Tiere vor Durst gebrüllt hatten. Vom 1. Januar früh bis 4. Januar nachmittags 3 Uhr hatten sie keinen Tropfen bekommen. Als die Tiere jetzt Wasser witterten, zitterten sie am ganzen Leibe. Als Leute der 7. Kompagnie herankamen zu der Wasserstelle, stellten sie sich erst zusammen, und die halbverschmachteten Leute stimmten an: „Nun danket alle Gott, mit Herzen, Mund und Händen!" Dann kochten sie ab. Ein Kreis von Verwundeten sitzt beisammen. Ein Unteroffizier reicht einem Kameraden das kleine Feldgesangbuch und sagt: „Du, in solchen Zeiten gewinnt man das Buch lieb!"
Aus Max Schmidt: „Aus unserem Kriegsleben in Südwest-Afrika."
12. Cins Ztrauhslijagö in vLutlck-ZüllioLllcifrika.
Der Morgenwind erhebt sich und fährt pfeifend über die allmählich erwachende Steppe. Eisig kalt ist er, Menschen und Tiere erschauernd bis auf die Knochen, und frierend hüllen die Reiter sich fester in ihre Mänlll.
Fern im Osten, tief im untersten Teil einer riesigen „Pforte", eines Durchbruches durch das massige, noch im Dunkel liegende Gebirge, zeigt sich jetzt ein Heller Schein, zunächst noch fahlgelb und unbestimmt, dann leuchiender — wachsend und flackernd dehnt er sich über den östlichen Himmel aus. Jetzt färbt er auch das jäh abstürzende Felstor der Pforte, und nun zuckt und flammt es plötzlich auf wie fernes Wetterleuchten, und aus dem noch unbestimmbaren Gewirr am Horizonte hebt sich strahlend die Sonneuscheibe. Mächtige Feuergarben in brennendem Rot und glühendem Gold schieren zum Himmel empor, und wenige Minuten später hat der junge Tag sich vollends erhoben und durchleuchtet die weite Steppe mit seinem überquellenden Lichte. Tausend Gegenstände, die eben noch für uns in grauem Halbdunkel lagen, stehen jetzt plötzlich klar und scharf vor unsern Augen. Den Erdboden, der uns als braunschwarze Masse erschien, sehen wir bedeckt mit kurzem, grünem Grase, aus dem zahllose buntgefärbte Blüten schimmern. Die erdrückende Masse des fernen Berglaudes gliedert sich in ihre tausend Einzelheiten, in Kuppen und Täler, in G>ate und Schluchten, und eine tmite wellige Hügellandschaft wird vor dem Gebirge sichtbar, in anmutiges, zartes Grün getaucht.
Das Nachtleben der Steppe erstirbt wie mit einem Zauberschlage. Die zahllosen Eidechsen, die mit ihrem schrillen, mißtönenden „gek-gek" die Lust erfüllten, die Nachtvögel, deren schwirrender, flatternder Flügeluchlag Menschen und Pferde erschreckte, das Fauchen der Wildkatze, das hnsere, bellende Lachen der umherschweifenden Hyäne: sie sind verstummt. Das Sonnenlicht hat sie verscheucht und zurückgetrieben in ihre Schlupfwinkel und Höhlen, und wie ein narrender Spuck sind sie verweht, verschwunden von der Eide.
Kolonial-Lesebuch.
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