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Bilder aus den deutschen Kolonien : Lesestücke / gesammelt u. bearb. i.A. der Deutschen Kolonialgesellschaft
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blattmatten und der Tragegestelle für..Lasten, andererseits als Flechtmaterial für Körbe verwertet. So ist die Ölpalme das Wahrzeichen menschlicher Wohnsitze. Wie die Ruinen in Kulturländern kennzeichnet sie noch ver­lassene Stätten, an denen einst das rasch wechselnde Geschlecht gehaust hat.

Das Palmöl wird in der Weise gewonnen, daß die von den Frucht­ständen abgepflückten Einzelfrüchte in Wasser erhitzt und dann in großen Trögen mit Stößeln oder auch mit den bloßen Füßen ausgestampft werden. Bei reichlichem Zugießen von Wasser schwimmt dann das aus dem Frucht­fleisch herausgepreßte Öl oben, wird abgeschöpft und zur Reinigung von anhaftenden Fasern durchgesiebt. Die Siebe der Eingeborenen bestehen aus feinmaschigem Gitterwerk von Pflanzenfasern. Das so gereinigte Öl wird in Flaschenkürbisse abgefüllt, es ist zum Gebrauch und Verkauf fertig. Sehr rasch dickt es ein, wird aber bei nur geringer Erwärmung leicht wieder flüssig. Das den Eingeborenen abgekaufte Palmöl wird von den weißen Kaufleuten erst nochmals in großen Kesseln ausgekocht, in Fässer gefüllt und auf die Schiffe verfrachtet.

Die Palmkerne, von denen das Fruchtfleisch entfernt ist, werden von den Weibern und Kindern mit Steinen aufgeklopft, und der bläulich-weiße, stark ölige Jnneukeru wird in Körben zum Verkauf angesammelt. Das sind die sogenannten Palmkerne des Handels. Aus ihnen wird das Palmkernöl gewonnen, aber niemals in Afrika, erst in Europa.

Noch eines der einheimischen Kulturgewächse berühre ich mit wenig Worten: die Erdnuß. Die niedere, wickenartige Pflanze trägt Schotenfrüchte. In einer Schote befinden sich zwei längliche Kerne, mit graubraunem Häutchen überzogen. Sowohl roh als namentlich geröstet sind sie äußerst wohlschmeckend, feiner als Haselnüsse. Sehr stark ölhaltig, liefern sie schon unter leichtem Druck klares, reines Öl.

Das sind aus dem Pflanzenreich die Nahrungsmittel der Wald­landstämme. Nach Franz Hütte r.

1b. Erstürmung von Ejbciti.

Wunderbar scharf ausgeprägt sind in unserem Kamerun-Gebiete die großen Terrassen, in denen das Land von der Küste ansteigt. Tief unten erstreckt sich der dunkle Urwaldstreifen von der Küste bis an die Manen- guba-Berge, dann die erste Terrasse etwa 700 rrr über dem Meere, auf der Jaunde- und die Wute-Ebene liegen; hier sind bereits bedeutende Erhebungen aufgesetzt. Die zweite Terasse Joko-Tibati ist ungefähr 1000 irr hoch; ein Gebirge, das sie wieder abschließt, führt aus die letzte Terrasse, auf der Ngaumdere liegt. Von hier geht es dann tief herab ins Benuetal. Ist im Küstengebiet ausschließlich Urwald, der auch die erste Terrasse noch zum Teil bedeckt, so ist von Joko ab die Bewachsung eine gänzlich andere: Niedere Grassteppe und Wald sind nur an den Wasserlüufen zu finden. Uns wurde der Blick nicht müde, wieder und wieder das sonnige Rundbild zu betrachten. Wie die Wolken am Himmel dahinzogen, so eilten gespenstisch die Schatten über die Ebene; wie weit, wie unendlich weit ist hier die Natur, wie klein der Mensch in ihrl