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Bilder aus den deutschen Kolonien : Lesestücke / gesammelt u. bearb. i.A. der Deutschen Kolonialgesellschaft
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Zctiutzgebiet Kamerun.

1. Das Dort konabsri.

Das Dorf Bonabcri erstreckt sich vom Strand fast eine halbe Stunde weit landein. Durch das Tor der Missionsstation kommen wir nach wenigen Schritten in eine der neuangelegten Hauptdorfstraßen. In langer, gerader Linie ziehen sich rechts und links die niederen, aber hübsch gefertigten Matten- hütten der Neger bis an den Wald oderBusch" im Hintergründe hin. Die meisten Hütten sind noch ganz neu. Die alten, die ohne Plan und Ordnung da, wo es einem jedem gerade Paßte, gebaut waren, mußten ab­gebrochen und neue an den Hauptstraßen in gleicher Fluchtlinie errichtet werden. So kommt nach und nach Ordnung und Sauberkeit durch die dankenswerten Bemühungen des kaiserlichen Bezirksamtmanns von Duala in unsere Neger­dörfer herein. Freilich danken es ihm unsere Neger zunächst noch wenig. Machen wir nach Feierabend einen Gang durch die Straßen, so sitzen sie in Gruppen bei einander zum gemütlichen Plauderstündchen.

Wir grüßen die Leute: «Wie geht es Euch?"

O, Herr", sagen sie,uns geht es schlecht; die Arbeit tötet uns nächstens."

Aber es ist nicht so schlimm. Sie sind nur die fleißige Arbeit mit den Armen nicht gewöhnt und möchten lieber Handel treiben oder Prozesse führen, anstatt mit Hacke und Schaufel neue Straßen bauen und Gräben ziehen und dergleichen.

Ein großer Teil des täglichen Lebens und Treibens spielt sich auf der offenen Straße ab. Da sitzen ein paar Frauen vor der Kochhütte und bereiten das Essen: dort sind andere beschäftigt, einander das Haar in kunst­volle Figuren zu flechten. Eine Gruppe von Männern hat eine Streitsache zu hören und zu entscheiden, andere sitzen einzeln vor der Hütte auf niedrigem Schemel und flechten Matten aus Palmblättern, flicken ihre Netze, drehen Seile aus Bast oder pflegen der Ruhe und Beschaulichkeit. Die Kinder unterhalten sich mit Spielen aller Art. Nicht ungeschickt ahmen sie aller­hand Spielzeuge der Europäer nach; sie haben aber auch nicht wenige eigene.