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Bilder aus den deutschen Kolonien : Lesestücke / gesammelt u. bearb. i.A. der Deutschen Kolonialgesellschaft
Entstehung
Seite
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im Busch und seht Euch nie nach den Weißen um?" Mit einem bezeichnenden Blick auf die umstehenden Schwarzen antwortete er:Diese da würden es uns nicht erlauben, mit den Weißen zu verkehren."

Übrigens stimmten die Beschreibungen, die ich sonst von den afri­kanischen Zwergen gelesen habe, nicht ganz mit dem, was ich hier vorfand. Sie waren nicht oie winzigen Gestalten, wie sie geschildert werden. Dennoch waren sie in ihrem Wuchs entschieden zwergartig. Sie haben eine hellere Farbe und auch einen anderen Körperbau als die umwohnenden Stämme. Sicher waren diese Zwerge so niedrig stehende Menschen, wie sie mir bis jetzt noch nicht vorgekommen sind. Der Eindruck, den ich von diesem armen Völkchen erhielt, war ein trauriger. Ich suchte etwas von ihrer Religion zu erfahren, konnte aber nichts herausbekommen, was sich von der der be­nachbarten Neger unterschieden hätte. Dagegen erzählte man mir, daß weiter im Innern ein Land liege, das nur von Zwergen bewohnt sei. Sicher ist, daß es in Afrika eine große Anzahl dieser scheuen, schwächlichen Leute gibt, und der Christ kann nur fragen:Wie lange wird es noch dauern, bis das Morgenrot auch diese Kinder der Wildnis erreicht, die mit den wilden Tieren im Dunkel der Urwälder Hausen?"

AusPionierarbeit im südlichen Kamerun".

10. Der 5LgLN 6er ösutkcken kerrickcikt.

Früher herrschte in Kamerun allenthalben Unordnung und Unsicherheit. Jetzt können auf den breit und bequem angelegten Regierungsstraßen die Karawanen überall passieren, ohne belästigt zu werden, und der Europäer bedient sich des Fahrrades oder eines Reittieres. Daß ein solcher Wandel vor sich gegangen ist, verdankt man dem Zusammenwirken der Regierung, deren Beamte scharf aufpassen und streng sind, und der Mission, die auf eine Umwandlung der Gesinnung bei den Eingeborenen hinarbeitet. Die einen rauben nicht mehr, weil sie gelernt haben, den besseren Weg zu lieben, andere tun es nicht mehr aus Furcht vor Strafe. Infolgedessen ist jetzt an vielen Stellen, wo früher jedermann stahl, was ihm in die Hände siel, der Straßenraub unbekannt; auch kleinere Diebstähle kommen nur selten vor. Mutige Frauen können jetzt von einer Station zur anderen drei Tage lang allein reisen. Diese Ruhe und Sicherheit der Karawauenreisen ersparen der Mission viele Mühe und Sorge; sie verschaffen ihr eine Postbeförderung alle zwei Wochen, während man früher zwei Monate warten mußte.

Die groben Auswüchse heidnischer Barbarei sind zwar noch nicht ver­schwunden, aber man sieht sie deutlich zurückgehen. Vor zehn Jahren waren Kriege mit den Nachbarstämmen und das Wiederauflodern alter Fehden an der Tagesordnung. Einen Nachbar zu beschuldigen, war in der Regel nicht die letzte Ausflucht, sondern die erste. Der Starke lebte auf Kosten des Schwachen. Jeder trug Gewehr, Speer und Messer bei sich; niemand wagte, sein Dorf zu verlassen und an die Küste oder weiter ins Innere zu gehen. Ein Stamm war gegen den anderen, Streit und Kampf hörten nicht auf. Heute ist es ganz anders. Messer, Speer und Gewehr, wenn sie nicht buch­stäblich in Pflugschar oder Sichel verwandelt sind, rosten in den Hütten