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Bilder aus den deutschen Kolonien : Lesestücke / gesammelt u. bearb. i.A. der Deutschen Kolonialgesellschaft
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bald erlegen. So aber gelingts. Wir steigen höher und höher. Wo keine Möglichkeit mehr ist, vorwärts zu kommen, da muß das Buschmesser einen Weg bahnen. Schließlich ists doch gewonnen. Ob auch zerzaust und er­mattet, wir sind doch oben! Durch eine Lichtung im Gebüsch können wir Hinuntersehen ins Tal, und eine großartige Gebirgsgegend liegt vor unseren Augen. Da. wo kristallhelles Wasser von der Höhe herabrieselt, machen wir Halt. Die Bäume spenden noch Schatten, die Schlingpflanzen haben den Wald mit vielen Kranzgewinden geschmückt. Ein fröhliches Lied zu Gottes Preis schallt hinaus in die Weite.

Es ist der letzte Reisetag. Wir steigen heute in die Tiefe. Ein schlechter Weg, voller Steine und losen Gerölls, zieht sich am Abhang hin; endlos, wie es scheint und sehr ermüdend. Nun wirds gar sumpfig. Weite Moräste sind zu umgehen. Schilf und Rohr und Paphruspflanzen wachsen in üppiger Fülle. Hier ists, wo die Elefanten Hausen, und von wo aus sie durch den Urwald brechen und ihre Streifzüge unternehmen. Wehe dem Maisfeld oder der Pisangpflanzung. die von ihnen heimgesucht werden, sie sind in einer Nacht völlig verdorben. Und wehe dem Menschen, der im Walde den Zorn der klugen und argwöhnischen Tiere erregt! Wir sind froh, daß wir ihnen nicht begegnen, und erzählen uns lieber ernste und heitere Elefantengeschichtchen, wie wir sie von anderen gehört haben.

Auf schwankender, aus Schlingpflanzen zusammengewundener Hänge­brücke überschreiten wir klopfenden Herzens den Fluß. Aber jenseits sperren mächtige Bäume, die, vom Orkan niedergerissen, von niemand beseitigt werden können, den Weg. So bleibt nichts übrig, als sich mühsam durch das Ge- wirr von Zweigen und Ästen hindurchzuarbeiten. Endlich aber dürfen wir doch im nächsten Dorfe ein Boot besteigen, und mit kräftigem Ruderschlag eilt das schmale Boot flußabwärts. Die Erlebnisse der Wanderung werden von unseren Schwarzen im Wechselgesang besungen. Wir aber gedenken daran, wie vor kurzem auf solch einer Bootfahrt 'im Mondschein der Kahn umschlug und einer unserer Freunde in den Fluten verschwand.

Schweigend steht der Urwald am Ufer, träge fließt der Strom dahin. Endlich schimmern, freudig begrüßt, die Weißen Gebäude der Station durch den Wald. Noch eine Krümmung des Flusses, und die hübsche Kapelle steht vor uns. Man hat uns bemerkt, und als das Boot auf den Strand schießt, grüßen uns auch schon weiße und schwarze Hände mit kräftigem Druck.

Wie ists euch gegangen? Habt ihr kein Fieber gehabt? Kommt herein, und erholt euch, und erzählet, was ihr erlebt habt!

3. CinL keile ncick kciknum.

Unser Weg führt über luftige Höhen, durch heiße, mit hohem Gras bewachsene Täler, in denen Elefanten und Büffel Hausen, und über einen breiten Fluß, den Nun, der von Krokodilen und Flnßpferden wimmelt.

Wir waren schon einige Tage unterwegs und sehnten uns nach dem Ziel unserer Reise. Da schallte der Ruf: Bamum! Neues Leben kam in unsere Kolonne. Rastlos ging es vorwärts über das wellige Hügelland, und