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schwarz, blau, gelb, grün oder rot, wozu man entweder einheimische Mittel aus Früchten, Wurzeln und Rinden oder auch aus Europa eingeführte Farben benutzt.
Der Webstuhl ist dem unserer Landleute nicht unähnlich, aber einfacher, und man vermag darauf nur 15—20 Zentimeter breite Zeugstreifen herzustellen. Diese werden später von den Frauen zusammengenäht; so gewinnt man die viereckigen, sehr hübschen und haltbaren Tücher und Decken, die auch unter den Weißen viele Käufer finden. Besonders beliebt sind die einheimischen Hängematten, die aus einem gelbgrauen, dauerhaften, mit roten oder blauen Fäden durchschossenen Stoffe bestehen.
Unsere Togoneger sind ferner wohlbewanderte Töpfer. Doch ist dies Handwerk mehr als ein anderes auf die Fundstätten des Materials beschränkt, da sich brauchbarer Ton nur an wenigen Stellen in gewünschter Reinheit darbietet. Berühmt ist von jeher die Stadt Bolu, etliche Meilen hinter Lome, in der eine erstaunliche Massenerzeugung von Geschirren und Götzenbildern betrieben wird. Diese kann man, wie die Krüge, sogleich in Reihen beziehen, jede verschieden ausgestattet. Die Töpferei liegt hauptsächlich den Frauen ob, und man muß ihnen nachsagen, daß sie Tüchtiges in ihrem Fache leisten. Dabei arbeiten sie ohne Drehscheibe, nur aus freier Hand. Bei größeren Geschirren wird zuerst die obere, dann die untere Hälfte geformt und getrocknet, ehe man beide zusammenklebt und brennt. Die Färbung geschieht erst, wenn die Sachen halbgar gebrannt sind; sie werden alsdann mit Palmöl und Ruß eingerieben und kommen nochmals ins Feuer, damit die Farbe einglüht. Leider ist die Glasur sehr mangelhaft oder fehlt ganz; die Ware besitzt deshalb nur geringe Haltbarkeit und muß im Haushalt öfter erneut werden. Trotzdem fabriziert man in Bolu Töpfe von mehr als Meterhöhe, die 30—40 Liter fassen und nicht bloß zum Auffangen des Regenwaffers, sondern auch zum Abkochen bedeutender Speisemengen für Festlichkeiten dienen.
Die Togoneger wissen außerdem in Holz und Leder manchen geschmackvollen Artikel zu liefern. Sie gerben Schaf- und Ziegenfelle und verwenden das Leder zu Trommeln, Schwert- und Messerscheiden, sowie zu Gürteln und Patronentaschen. Daneben bringen sie zierliche Schnitzarbeiten und vielerlei Flechtwerk auf den Markt, z. B. Taschen, Platten, Körbe und Strohhüte. Besonders reich werden die Hüuptlingsstühle und -stöcke geschnitzt; doch lassen selbst einfachere Gegenstände, wie Ruder, Löffel, Kämme, Trinkgeräte uud Fingerringe aus Palmkernen fast niemals Sorgfalt und Geschick vermissen. H. Seidel.
11. lieben in einer Faktorei.
Haussaleute und Sieger aus dein Inneren, nur dürftig bekleidet und alle mit Lasten beladen, die sie in der üblichen Weise auf dem Kopfe tragen, eilen in kleineren und größeren Trupps zu den Faktoreien, jene, um Stoffe aufzukaufen und sie mit Vorteil in dem Hinterland gegen die Erzeugnisse des Landes wieder abzusetzen, diese um ihr Öl und ihre Palmkerne, sowie auch ihren weit hergebrachten Gummi zu verkaufen. In den Höfen der