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Bilder aus den deutschen Kolonien : Lesestücke / gesammelt u. bearb. i.A. der Deutschen Kolonialgesellschaft
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Zctiutzgebiet logo.

1. Dar ^ogolcinö.

An der früher durch ihren Menschenhandel berüchtigten Sklavenküste liegt Deutschlands kleinstes Schutzgebiet, nämlich Togo. Es erstreckt sich voin 6. bis zum 11. Grade nördlicher Breite, gehört also ganz in die heiße Zone. Das flache, völlig Hafenlose Gestade senkt sich langsam unter den Meeres­spiegel und wird von einer furchtbaren Brandung umtobt, die unaufhörlich schwere, schaumgekrönte Wellenzüge an das Ufer treibt, wo sie sich donnernd brechen. Die Schiffe müssen daher weit draußen vor Anker gehen und ihre Reisenden und Waren in Booten zur Landungsbrücke senden, die bei der Hauptstadt Lome an 300 Meter in die See hineingebaut ist.

Froh betritt der Fremde den sicheren Steg und eilt erwartungsvoll dem neuen Ziele entgegen. Vor ihm leuchtet im Sonnenschein der gelblich­weiße Strand, der sich nach rechts und links in ermüdender Eintönigkeit fort­zieht. Etwas landauf, für die Salzflut nicht mehr erreichbar, winkt das erste Grün, eine genügsame Winde mit langen Ranken und ein zähes Quecken- gras, das eng den dürren Sand durchwurzelt. Dann folgt, anfänglich ver­einzelt, niedriges Gebüsch, das bald zum undurchdringlichen Dickicht wird, aus dem ab und zu knorrige, verkrüppelte Bäume neben schlanken Kokos­palmen hervorragen.

Im Bereiche der Stadt ist der wilde Busch längst verschwunden. Auf reinlichem Grunde erheben sich lange Häuserreihen, an wohlgepflegten, sauberen Straßen, die zu beiden Seiten bepflanzt sind. Der südliche Teil Lomes ist das Europäerviertel. Hier wohnt der kaiserliche Gouverneur mit seinen Be­amten und den Offizieren, welche die aus Eingeborenen gebildete Truppe be­fehligen. An die Regierungsbauten schließen sich, parallel zum Strande, die Geschäftshäuser der Weißen, in AfrikaFaktoreien" genannt, mit ihren um­mauerten Höfen, ihren Lagerschuppen und Verkaufsläden, in denen von früh bis spät gehandelt wird. Telegraph und Fernsprechleitungen gehen, wie bei uns, vom Postgebäude aus. Fast in einer Linie mit der Landungsbrücke liegt der Bahnhof, unweit dessen die katholische Missionskirche mit ihren hohen Spitztürmen sichtbar wird. Die evangelische Mission, die seit 1^47