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Bilder aus den deutschen Kolonien : Lesestücke / gesammelt u. bearb. i.A. der Deutschen Kolonialgesellschaft
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völkerung durch die öfteren Reisen der Beamten sehr erleichtert, die sich in wichtigen Orten oft wochenlang aufhalten und sich der Leute annehmen.

Die sonst verschrieenen Steuerarbeiten werden in der Hand der Be­amten Togos zu einem vorzüglichen Erziehungsmittel der Eingeborenen. Jeder erwachsene Bürger hat 14 Tage lang jährlich zu fronen und erhält nur die Beköstigung. Von den Dörfern müssen der Reibe nach eine be­stimmte Anzahl Männer für die genannte Zeit auf die Regierungsstation kommen, wo sie in den Versuchsfarmen und bei Wegebauten an eine ge­regelte Tätigkeit gewöhnt werden. Abgesehen davon, daß die Leute gemein­sam arbeiten lernen, kommen so Bewohner der verschiedenen Dörfer zusammen und lernen einander vertragen. Was alles auf diese Weise im Hinterland geleistet worden ist, ist geradezu erstaunlich. Wie oben erwähnt, durchziehen gute Verkehrswege das ganze Land. Es genügt, einen Soldaten oder

Polizisten in die Dörfer mit dem Befehl zu senden, es sei wieder Zeit zur Wegereinigung, so geschieht es sofort und pünktlich. Auch die meisten Stationsgebäude sind unter Anleitung der Europäer von den Eingeborenen hergestellt worden. Alan kann geradezu sagen: es herrscht ein väterliches Verhältnis zwischen den Beamten und den Eingeborenen.

Kein Wunder daher, daß auch wir auf unserer ganzen Reise überall von der Bevölkerung freundlich aufgenommen wurden. Ganze Scharen von mindern begleiteten uns oft in unsere Wohnung und saßen zutraulich um uns herum, wie wenn wir ihnen schon längst bekannt wären. Das alles beweist, wie freundlich und gerecht diese Leute bisher von den Beamten be­handelt worden sind. Sie sind der Religion nach meist Heiden und werden im Westen des Hinterlandes aus 300>>00 Seelen geschätzt, im Osten, den wir aber im nördlichen Teil nicht kennen gelernt haben, auf 500000.

Die eigentliche Verkehrssprache des ganzen Hinterlandes von Togo ist das Haussa. Alle Bezirksleiter verstehen diese Sprache und bedienen sich ihrer im Verkehr mit ihren Soldaten und mit den Händlern. Die Soldaten aus den verschiedenen Stämmen, die Haussa gelernt haben, dienen dann den Bezirksleitern als Dolmetscher für die verschiedenen Sprachgebiete ihrer Bezirke.

Aus der Zeitschrift:Der evangelische Heidenbote".

8. Die kciuptkäcklickktLli kcinöLlsioerle ^ogoz.

Togo beansprucht besonders als Handels- und als Pflanzungskvlonie unsere Aufmerksamkeit. Der Handel unseres Ländchens hat sich seit der deutschen Besitzergreifung dauernd gehoben und erreichte in Ein- und Ausfuhr im Jahre 1905 den ansehnlichen Wert von 11,7 Millionen Mark.

Die Ölpalme spielt für die Ausfuhr eine Hauptrolle. Dicht hinter der Küste beginnen ihre Bestände, die um so.üppiger zu gedeihen scheinen, je wasserreicher der Boden ist. Solange die Ölpalme noch klein ist, treibt sie ohne Stammbildung ihre Wedel aus der Erde hervor. Ungefähr vom 5. Jahre an bildet sich ein Stamm, der im Laufe der Zeit oft eine beträcht­liche Höhe erreicht. Es soll Olpalmen bis zu 15 m Höhe und darüber geben. Vom 8. Jahre an wird sie ertragsfähig. Ihre Fruchtstände gleichen einer riesigen, dicht besetzten Traube; an jeder sitzen viele hundert einzelne Ölfrüchte