b. licinff un6 lzeute im Agugebirge Mitteltogos.
Etwa 120 Kilometer landeinwärts von Lome liegt das abgesonderte Agngebirge. Von der Hauptkette aus betrachtet, gleicht es einem riesigen Sarge, der grau und einförmig aus der Ebene emporsteigt. Erst in der Nähe erkennt man, daß die Flanken von tiefen Schluchten durchfurcht sind, über denen steile Gipfel sichtbar werden. Die bedeutendste Höhe ist die Baumannspitze, welche mit ihren 980 Metern die größte Erhebung Mitteltogos bildet. Das Pflanzenkleid der oberen Teile ist ziemlich dürftig; dagegen weisen die zahlreichen Bachläufe und engen Täler einen prächtigen Baumschmuck auf, und den Fuß des Gebirges umgürten die üppigen Hirse-, Maisund Jamspflanzungen der Neger. Togo ist im ganzen ein wasserarmes Land; am Agu mangelt es jedoch nirgends an Quellen und an fließendem Wasser, da die mit Feuchtigkeit beladenen Süd- und Westwinde hier ihren Regen ergießen. Die auf dem Gebirge entspringenden Bäche schlüngeln sich in vielen Windungen zur Ebene hinab und tränken mit ihrem Naß das fruchtbare Land. Daher ist der Boden sehr ergiebig und die Bevölkerung eine ungemein dichte. Nicht nur am Fuße des Gebirges, wo die besten Äcker liegen, sondern auch auf den sich weit hinziehenden Vorhöhen trifft man viele Ansiedelungen. Außer den kleineren Dörfern mit 400 bis 500 Insassen gibt es sogar stadtartige Plätze mit Tausenden von Menschen.
Die Bewohner des Agu setzen sich aus verschiedenen kleinen Stämmen zusammen, deren jeder seinen besonderen Bezirk inne hat und seine eigene Regierung besitzt. Alle sind fleißige Ackerbauer, wie ihre schönen Pflanzungen bezeugen. Die seit geraumer Zeit angebaute Baumwolle wird von den Frauen gesponnen, von den Männern gefärbt und auf einfachen Webstühleu zu recht brauchbaren und hübschen Stoffen verwebt. Für den Ausfuhrhandel kommt neben der Baumwolle hauptsächlich das Palmöl in Betracht. Ihre sonstigen Erzeugnisse verkaufen die Neger auf den Märkten, die in allen größeren Plätzen eingerichtet sind und gewöhnlich jeden vierten Tag, der für die Heiden zugleich ein Feiertag ist, abgehalten werden. Dazu erscheinen auch auswärtige Händler, die europäische Waren aus den Küstenstädten, besonders aus Lome, feilbieten. Da es am Agu noch viel Wild gibt, so wird die Jagd recht fleißig ausgeübt. Mit Schlingen, Fallen und Selbstschüssen stellt man den jagdbaren Tieren nach, falls es der Schwarze nicht vorzieht, mit Gewehr, Kugeltasche und Pulverbeutel auf deu Anstand zu gehen und mit unermüdlicher Geduld auf eine Antilope oder ein Wildschwein zu lauern. Im Dunkel der Schluchten haust der als Viehräuber gefürchtete Leopard; in der weiten Ebene des Ostens kommt von Zeit zu Zeit noch der Elephant zu Gesicht. Sein Fleisch wird von den Eingeborenen gern gegessen, und seine Zähne bilden ein gesuchtes Handelsgut.
Die Eingeborenen im Agngebirge sind Heiden. Fast nirgends in Togo erblickt man so viele Opferplätze, geweihte Haine und Götterbilder wie hier. Die Heiligtümer finden sich nicht nur innerhalb der Städte, sondern auch an den Wegen und auf den Ackern. In den Städten sind es meist häßliche Figuren, oft sogar nur rohe Erdklumpen, die unter einem kleinen Schntzdache stehen. Auf den Feldern dagegen hegt man sie in besonderen Hütten oder im Dunkel wohlgepflegter Haine. Bei der Bergstadt Kebu sieht man zur Rechten des schmalen Pfades eine scheußliche Gestalt, die die Ausgabe hat, die Stadt zu bewachen. Als Zeichen ihrer Macht trügt sie ein scharfes