Die presse.
Line der größten Äulturmächte eines Volkstums ist sein Schrifttum, die Presse, vorn Buch bis zur Zeitung. So, wie die Buchdruckerkunst eine deutsche Erfindung gewesen ist, ist sie, besonders in der Form des Buches, in deutschen Landen am reichsten entwickelt worden. Lein anderes Land der Welt schreibt, druckt und liest so viel Bücher wie das Deutsche Reich. In der Entwicklung der Tagespresse haben Eng« land, Frankreich und Nordamerika dem Umfang nach Größeres, dem Inhalt nach nicht immer Erfreulicheres geleistet, was den sittlichen Gehalt betrifft, steht auch die deutsch« Tagespresse an der Spitze.
So ist denn die presse auch für das Auslandsdeutschtum von einer Wichtigkeit, die man gar nicht hoch genug einschätzen kann. Wie weit die im Inland erscheinende presse für das Auslandsdeutschtum auch unmittelbar Einfluß ausübt, läßt sich zahlenmäßig sehr schwer feststellen. Die Reichsstatistik bietet bisher nur einige Anhaltspunkte hierfür. Zunächst kann man aus den Ziffern über die Ausfuhr deutscher Bücher Schlüsse ziehen. Im Jahre )g )3 hat das Deutsche Reich nach nach dem Ausland für H04-8000 Mark Bücher geliefert. Davon gingen nach
Dstcrreich-Ungarn
Schweiz
Vereinigten Staaten
Rußland
Niederlanden
Frankreich
Großbritannien
rsr-rooo Mark 750s000 „
3 884 000 „
5 343 000 „
3)7? 000 „
rg88 000 „
)g5S000 „
Diese Aufstellung ergibt schon, wie der Hauptstrom der Bücheraus« kuhr nach den Ländern geht, in denen das Deutschtum besonders zahlreich vertreten ist. Bemerkenswert ist, daß die kleineren Nachbarstaaten deutschen Stammes, Schweiz, Schweden, Dänemark, Norwegen und die Niederlande, obwohl sie im ganzen noch nicht die Hälfte der Einwohnerzahl Frankreichs umfassen, ungefähr sechsmal soviel Bücher beziehen als die Franzosen. Argentinien, Brasilien und Lhile erhalten etwa fünfmal soviel deutsche Bücher als Spanien.
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