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Der Farmer in Deutsch-Südwest-Afrika : eine Darstellung sämtlicher für den afrikanischen Farmer in Betracht kommenden Erwerbszweige und ein Leitfaden für Anfänger / von Carl Schlettwein
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Wasser in der Erde, so hat man die haltbarsten Kartoffeln, die man sich denken kann.

Vorteilhaft ist es, jährlich neue Saat zu verwenden, da die Kartoffel hier ungemein schnell ausartet. Daher auch die vielen viehkartoffelartigen Eßkartoffeln, die man im Lande bekommt.

Über den Anbau der Kartoffeln ist nicht viel zu sagen, es sei denn, daß man zu der Fragehäufeln odernicht häufeln Stellung nähme, da die erfahrenen Afrikaner in diesem Punkte verschiedener Ansicht sind. Ich pflanze die Kartoffeln in tiefen Rillen, die dann gleichzeitig für die Bewässerung benutzt werden. Haben die Kar­toffeln abgeblüht, so ebne ich diese Rillen bis zur allgemeinen Boden- fläclie und ziehe zwischen den Reihen neue, ganz flache, breite Be­wässerungsrinnen. Man wird aber schwerlich eine für alle Verhältnisse passende Methode aufstellen können, da Boden und andere Umstände in jedem Falle berücksichtigt werden müssen. In der Heimat ist der Kaitoffelbauer stets vor zu großer Nässe besorgt; deswegen auch wohl in erster Linie das Häufeln. Bei uns heißt es aber auch für den Kartoffelbau: Jedes Wasser halten, zuviel wirds nicht so leicht. Will man die Kartoffeln für den eigenen Gebrauch konservieren, so läßt man sie am besten in der Erde, nachdem man dann allerdings die Fruchtreihen gut behäufelt hat, damit die Knollen durch die Sonne nicht verdorben werden.

Tabak.

Überall im Lande, wo ein größeres Stück Land ich will zum besseren Verständnis sagen wo mehrere Hektare Gartenland zur Ver­fügung stehen, die bewässert werden können, ist der Tabak ein Kultur­gewächs, das die größte Berücksichtigung verdient. Der in Südwest­afrika produzierte Tabak ist nicht mit jenem, der in tropischen Ländern erzeugt wird, zu vergleichen; dennoch glaube ich, er wird von jedem Fachmann besser bewertet werden als z. B. der Neuguinea-Tabak. Die einzige, große Schwierigkeit für den Tabakproduzenten liegt in unserer absolut trockenen Luft, die ein richtiges Trocknen der Blätter, durch das sie braun werden und dabei doch nicht zum Zerkrümeln eintrocknen, verhindert. Es ist dies jedoch nur eine technische Schwierigkeit, die sich mit der Zeit auf alle Fälle überwinden lassen wird. Man säet den Tabaksamen im September in feinbearbeitete