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Der Farmer in Deutsch-Südwest-Afrika : eine Darstellung sämtlicher für den afrikanischen Farmer in Betracht kommenden Erwerbszweige und ein Leitfaden für Anfänger / von Carl Schlettwein
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von der Hausfrau kunstgerecht zubereitet, auf den Tisch gebracht wird, wird man es angenehm empfinden, nicht ständig von Hammel­oder Rindfleisch leben zu müssen. Alles weitere aber, insbesondere die Anlage einer Schweinezucht, ist nicht anzuraten, weil man von einer Rentabilität gar nicht reden kann. Ob man nicht überhaupt das ganze Futter, die Abfälle usw., die man einem Schwein geben müßte, auf andere Weise, z. B. durch Verfütterung an Hühner, noch vorteilhafter verwerten könnte, ist zum mindesten eine offene Frage. (Abb. 55.) _

6. Geflügelzucht.

Ein Haustier, das seiner großen Nützlichkeit wegen in keiner ländlichen Wirtschaft, oder wo sich auch sonst nur Gelegenheit zu seinem Fortkommen findet, fehlen sollte, ist das Huhn. Nicht nur der hohe Wert, den die Tiere in ihrem Fleisch und ihren Eiern für die Ernährung des Menschen haben, kommt in Betracht, so ein Hühnervolk bringt auch stets Leben mit sich und bietet dem Besitzer Abwechselung und Unterhaltung. Es gibt keine Tiergattung, die für gute Behandlung und Pflege dankbarer wäre, als gerade das Feder­vieh. In jedem Haushalt und in jeder Wirtschaft gibt es eine Un­menge wertlosen Abfalls, der für die Hühner ein gern genommenes Futter bildet. Der Hühnerfreund läßt sich nichts entgehen. Er sammelt jede Käserinde, jede Brotkrume auf das Sorgfältigste vom Tisch. Gemüse- und Fleischabfälle, Kartoffelschale, Milchabfälle etc. finden ihre beste Verwendung als Hühnerfutter. Auch alles im Farmbetriebe krepierte Vieh kann gekocht und in ein vorzügliches Hühnerfutter umgewandelt werden. Vom Fleische gefallener, größerer Tiere, Pferde, Rinder etc., bereitet man mit Leichtigkeit ein vor­zügliches Dauerfutter für die Hühner, das sich jahrelang hält. Das gekochte Fleisch wird durch eine Hackmaschine gedreht und dann an der Sonne getrocknet. In 48 Stunden ist jede Feuchtigkeit heraus­gezogen, und man kann das Futter in Säcke füllen und jahrelang aufbewahren. Derartiges Futter ist das beste und dankbarste für Hühner, besonders für junge Küken.

Der Hühnerzucht und ihrer Rentabilität sind natürlich genaue Grenzen gezogen. Sie wird unrentabel von dem Augenblick an, wo man zu viele Hühner hält und diese nicht mehr genügend mit Ab-