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Der Farmer in Deutsch-Südwest-Afrika : eine Darstellung sämtlicher für den afrikanischen Farmer in Betracht kommenden Erwerbszweige und ein Leitfaden für Anfänger / von Carl Schlettwein
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III. Teil.

Viehzucht.

1. Rind Viehzucht.

hne Zweifel ist für die Kolonie die Rindviehzucht derjenige Zweig der gesamten Tierzucht, dem die größte Bedeutung zukommt, und dem die nachhaltigste Aufmerksamkeit zuzu­wenden ist. Das Rind kann überall im ganzen Lande, wo über­haupt nur Viehzucht angängig ist, mit sicherem Erfolg gezüchtet werden. Es erfordert außerdem von allen Vieharten bei weitem die wenigste Arbeit und Pflege von seiten des Menschen. Die Tiere fühlen sich im Lande so heimisch und selbständig, daß sie sich auch ohne Anwesenheit des Menschen überall vermehren und zu größeren Herden vereinigen würden, was bei keinem andern Nutzvieh in gleicher AVeise zu erwarten wäre. Die Rindviehzucht ist es, die dem Farmer die denkbar beste Ausnützung seiner AVeiden gestattet, und die sowohl für den Fleischverbrauch in der Kolonie, wie für den Exportmarkt von der größten Bedeutung ist. Auch die Nachfrage nach jungen Ochsen zu Zugtieren ist ziemlich groß und wird es noch lange bleiben, auch wenn in mehreren Teilen der Kolonie die Eisenbahnen den Hauptgüterverkehr besorgen werden. Endlich ist es nicht zu unter­schätzen, daß der Fanner aus der Rindviehzucht überaus wertvolle Nahrungsmittel (Fleisch, Milch, Butter etc.) für sich und seine Leute gewinnt. AVenn die Lage der Farm eine günstige ist, kann er aus diesen Produkten einen gewinnbringenden Absatz erzielen.

AVenn auch wahrscheinlich für gutes Muttervieh noch lange hohe Preise gefordert und gezahlt werden, so ist doch, wie ich schon früher erwähnte, nicht daran zu denken, daß die Fleisch- und Vieh­preise dauernd auf der jetzigen Höhe zu erhalten sind. Im Gegen-