Print 
Der Farmer in Deutsch-Südwest-Afrika : eine Darstellung sämtlicher für den afrikanischen Farmer in Betracht kommenden Erwerbszweige und ein Leitfaden für Anfänger / von Carl Schlettwein
Place and Date of Creation
Page
134
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image
 

134

§ 7. Einmal angekörte Hengste müssen bei jeder folgenden Ankörung von neuem vorgefülirt und untersucht werden, wenn sie zum Belegen fremder Stuten gebraucht werden sollen.

§ 8. Die Körkommission tritt alljährlich im Monat Juli zusammen. Bis 15. Mai sind die Hengste, welche angekört werden sollen, bei den betreffenden Bezirks- (Distrikts-) Ämtern anzumelden. Auf Grund der Anmeldungen wird Zeit und Ort des Zusammentritts der Körkommission bekannt gemacht.

3. Klein Viehzucht (Fleischschafe, Ziegen, Wollschafe und

Angoraziegen).

Mit dem nach heimischer Auffassung vielleicht nicht ganz korrekten Ausdruck Kleinvieh bezeichnet man in der afrikanischen Viehzucht im allgemeinen die landheimischen Schafe und Ziegen. Dieselben werden zusammen auch wohl einfach mitVieh bezeichnet, im Gegensatz zum Rindvieh, dasBeeste genannt wird. Fast auf jeder Farm gibt es, wie schon gesagt, eine Menge Büsche und kraut­artige Pflanzen, deren Blätter mit Vorliebe von diesen Viehgattungen genommen werden. Der Farmer hat somit in diesen Kleinviehrassen Tiere, die ihm für die volle Ausnutzung seiner Farm das Gegebene sind.

Sowohl die Schafe wie die Ziegen sind je nach den verschiedenen Gegenden des Landes an leicht erkennbaren, typischen Rassen­eigenschaften zu unterscheiden. Wir haben eine Kamaziege, ein Kamaschaf, ebenso eine Damaraziege und ein Damaraschaf. Als dritte, viel vorkommende Ziegenart muß auch noch die Ovamboziege, die bedeutend kleiner als die beiden vorgenannten ist, aufgeführt werden. Die obigen Bezeichnungen sind nicht etwa oberflächliche, weil die Tiere lediglich aus dieser oder jener Gegend stammen; dem Beobachter wird sehr bald, wenn er Tiere dieser verschiedenen Typen beieinander sieht, ein wesentlicher Unterschied auffallen. Ebenso wie das Kama-Rindvieh stehen auch hier die Kamatiere an erster Stelle. Man sieht den Tieren auf den ersten Blick eine verständig betriebene Zucht an. Sie sind größer und in ihren Vorzügen mehr ausgebildet. Besonders beim Damaravieh war im Laufe der Zeit durch Ungeschicklichkeit und fehlerhaft betriebene Zucht eine be­dauerliche Schädigung der Rasse zuwege gebracht worden; jahrelang betriebene Inzucht hatte die Tiefe derartig zurückgebracht, daß man in manchen Gegenden, besonders bei den Hereros, die Folgen dieser falschen Zucht ohne weiteres erkennen konnte. Viele tot zur Welt