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Der Farmer in Deutsch-Südwest-Afrika : eine Darstellung sämtlicher für den afrikanischen Farmer in Betracht kommenden Erwerbszweige und ein Leitfaden für Anfänger / von Carl Schlettwein
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Wollen wir nun nach dem Ergebnis der obigen Ausführungen uns die Frage beantworten, welches Kapital der einwandernde Klein- Farmer nach Südwestafrika mitbringen muß, so können wir sagen: Aussicht auf Erfolg ist vorhanden bei einem Vermögen von 1012000 Mark an. Diese Summe würde für einen Kleinbetrieb genügen.

Die obigen Betrachtungen sind vielleicht geeignet, zu wichtigen Schlüssen über die Kentabilität und den Gesamtwert der Kolonie zu führen. Das Tempo, in dem die weitere Besiedelung des Landes sowie dessen Bestockung mit Zuchtvieh vor sich gehen wird, kann den Maßstab bilden für den'Zeitraum, nach dessen Ablauf die Kolonie in der Lage sein wird, die Kosten ihrer Verwaltung selbst auf­zubringen, resp. Überschüsse zu erzielen.

Aus obigen Ausführungen kann man aber auch ersehen, daß die gesamte wirtschaftliche Lage in der Kolonie eine aussichtsvolle ist und dem Landwirt eine sicherere Zukunft verspricht, als es voraus­sichtlich die heimischen landwirtschaftlichen Verhältnisse können.

So ist es auch tatsächlich. Ist der Anfänger über das erste Entwickelungsstadium, in dem Sorge, Mühe und Arbeit ihm nicht erspart bleiben, hinaus, so wird er, wenn er ein ordentlicher Mann ist, der in der Arbeit seine Befriedigung findet, stets ein sorgenfreies Leben haben.

Ganz besonders günstige Aussichten können tüchtigen Land­wirten, Söhnen größerer Besitzer oder Pächter mit Vermögen von 50000 Mark aufwärts gemacht werden. Was in der Heimat nicht mehr möglich, Südwestafrika bietet es: Eigenen Grundbesitz mit Aus­sicht auf sorgenfreie Zukunft für die Nachkommen.

Einige Winke für die Ausrüstung des Farmers in der Heimat.

Man nehme sämtliche Kleider und alles Schuhzeug, was man zu Hause getragen hat, mit. Was man selber nicht mehr tragen will,, findet von den Eingeborenen willige Abnahme. An neuen Sachen schaffe man nur das Nötigste an. In der Kolonie kauft man an ge­eigneter Stelle heute schon recht gut und billig. Vor allem aber ver­meide man, unpraktische Gegenstände, die dem Neuling gern aufgeredet werden, zu kaufen. Als wichtige Gegenstände sind anzugeben:

1 wasserdichte Lagerdecke, resp. 2 Militärzeltbahnen 1 Schlafsack